3.2.2019

Raus aus dem Winter, ab in den Hochsommer, welch ein herrliches Gefühl. Ich bin einmal wieder auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen, der Flieger der Air Namibia wartet und es geht am Abend los in mein Herzensland. Wie immer schlafe ich kaum aber freue mich sehr auf die Vorreise mit Ingo, unserem Tourguide, bei der ich mir Lodges anschaue, die ich noch nicht kenne.

Im Zug noch Flammkuchen und Wasser, im Flugzeug Chicken mit Nudeln und das erste Glas südafrikanischen Meerkat Wein, Urlaub ich komme.

 

4.2.2019

Früh morgens um halb 7 Ankunft in Windhoek, wie immer die Schlange am customs, Koffer vom Band holen, Geld wechseln und Ingo holt mich ab auf unsere private Tour.

Wir verlassen die Straße nach Windhoek bereits am Abzweig nach Dordabis an der C23. Die Sonne ist schon aufgegangen, es riecht nach Staub und Trockenheit, die Wärme tut so gut. Die Pad nach Dordabis liegt einsam und mit unendlicher Weite vor uns. Die Farben ockergelb bis rötlich bei einem blauen Himmel, die Farben Namibias begrüßen mich. Hinter Dordabis bleiben wir auf der Schotterpiste und befahren die C15 über Uhlenhorst bis Hoachanas um die Stille zu genießen.

Vor Hoachanas liegt Bitterwasser, eine Lodge mit großem Flugplatz. Dort machen wir noch einen spontanen Stopp und ich kann mir diesen außergewöhnlichen Platz anschauen.

Von der Straße aus nicht einsehbar, eröffnet sich bei der Einfahrt der Blick auf den wahrscheinlich größten Segelflugplatz der Welt in der 300ha großen Lehmpfanne am Rande der Kalahari. Eine Palmenallee säumt die Einfahrt auf den Flugplatz, für jeden erflogenen Rekord wird eine neue Palme gepflanzt.

Die Lodge bildet das Zentrum des Flying Centers mit ihren Bungalows. In einem Gewächshaus wird Gemüse, Salat und Obst gepflanzt und in der Küche verarbeitet.

Nachdem wir uns noch bei einem kühlen Getränk erfrischt haben, fahren wir weiter zur Teufelskrallen Lodge, unserer ersten Unterkunft auf der Educational Tour.

Das Haupthaus der Lodge liegt an der C21 kurz vor Kalkrand. Wir checken ein und müssen dann noch ca. 3 km bis zu den Chalets fahren.

Dort angekommen, schleppen wir die letzten Meter unser Gepäck durch den Sand wobei mein Koffer von Ingo den Namen "Totenkiste" bekommt, schwarz und mindestens 25kg schwer.

Den Nachmittag verbringe ich auf dem Bett und hole den Schlaf vom Nachtflug nach. Es ist mittlerweile wahnsinnig heiß geworden, Hochsommer in Namibia.

Gegen Abend fahren wir runter zur Lodge und nehmen unser köstliches Abendessen auf der Terrasse am Pool ein.

Danach fahren wir wieder zu den Chalets und ich freue mich auf eine ruhige Nacht.

 

 

5.2.2019

Endlich ausgeschlafen, wache ich früh morgens auf und genieße das erste Frühstück in Namibia. Wir sind fast alleine am Tisch und können uns Zeit lassen.

Nach dem Checkout verlassen wir die Teufelskrallen Lodge und fahren südwärts über die B1 zur Lapa Lange Game Lodge, wo ich den ersten offiziellen Besichtigungstermin habe.

Auf der Lodge angekommen, werde ich von Louise sehr freundlich empfangen und sie macht mit mir einen Rundgang über das Gelände und durch die Chalets. Ich darf sogar noch mit ins Gepardengehege, das zur Lodge gehört und Shiraz, der faul unter einem Busch liegt, lässt sich genüsslich von mir kraulen und schleckt meine Hand während er vor sich hin schnurrt.

Die Lodge ist eine grüne Oase mit einer großen Wasserstelle und die großzügigen Chalets sind um das Wasser herum gebaut. Eine Unterkunft zum Wohlfühlen.

Nach unserem Termin setzen wir die Fahrt fort in den Süden und fahren über Gochas am ausgetrockneten Flussbett des Auob Riviers vorbei nach Mata Mata. Unsere nächste Unterkunft ist die Kalahari Game Lodge direkt an der südafrikanischen Grenze und wir freuen uns auf den Besuch des Kgalagadi Transfrontierparks.

Die Zufahrt zur Lodge ist durch ein Gittertor versperrt und wir warten geduldig, dass jemand öffnet. Nichts passiert, es gibt weder Klingel noch Sprechanlage, nur ein paar Kameras.

Da wir auch kein Telefonnetz haben, fährt Ingo auf den nächsten Hügel wo wir wieder Empfang haben. Hummeldumm lässt grüßen.

Nach einem kurzem Anruf auf der Lodge müssen wir lachen. Das Tor ist auf und wir hätten es nur aufschieben müssen.

Wir checken auf der Lodge ein und beziehen die Chalets Eland a und b, die beide direkt am ausgetrockneten Flussbett liegen. Es ist eine sehr bizarre Landschaft. Die Hitze flirrt und wir ruhen uns erst einmal aus.

Am späten Nachmittag fahren wir auf den Rundweg der Lodge, der durch die Sanddünen der Kalahari führt. Wir sehen etliche Springböcke, darunter ein gerade geborenes Jungtier, ein paar Gnus und stoppen für eine Gin-Tonic Pause.

Unsere Fahrt endet am Viewing Point, der sich gegenüber der Lodge befindet und wir haben einen fantastischen Blick über das Flussbett.

Am Abend essen wir gemeinsam mit einer kleinen Gruppe deutscher Touristen, mehr Gäste hat die Lodge derzeit nicht.

Die Nacht ist ziemlich warm, ich reiße sämtliche Türen und Fenster auf und kann schließlich gut schlafen.

 

6.2.2019

Nach einem guten Frühstück machen wir uns um halb acht auf zur 18 km entfernten Grenze Mata Mata. Ab 08.00 Uhr dürfen wir dort nach Südafrika einreisen.

Da wir etwas früh sind, entsteht hektische Betriebsamkeit, bis die diensthabende Dame des Grenzpostens auf Schlappen angeschlurft kommt, einen kritischen Blick in unsere Pässe wirft um uns dann durchzuwinken.

Da wir Day Visitors sind, ist die Einreise nach Südafrika kein Problem.

Wir stoppen an einem Shop des Campingplatzes um ein bisschen Proviant für den Tag zu kaufen, können aber nicht zahlen, da die Shop-Madam keine Namib Dollar annimmt, wir keine ZAR haben und zudem das Kartenlesegerät keinen Strom hat.

Wir düsen zurück über die Grenze wo man uns zuerst durch lautes Rufen aufhalten will, sich aber dann kaputtlacht, als Ingo wieder vor dem Customs Häuschen für die Einreise hält. Humor statt schießen, geht auch.

Dort können wir leider auch kein Geld tauschen und so fahren wir wieder nach Südafrika, grummeln ein paar unflätige Sätze Richtung Campingplatz und beginnen unseren Gamedrive, in der Hoffnung auf ein paar Kalahari Löwen.

Wir fahren langsam über die Sandpiste aber der Park ist wie ausgestorben. Ein paar Springböcke sind auf der Suche nach Gras, das ein oder andere Gnu schaut beleidigt in unsere Richtung und Giraffen sind auch unterwegs.

Ansonsten das große Nichts.

Am Nachmittag geben wir auf, das stundenlange Fahren durch die Hitze ist anstrengend und wir stellen fest, dass man schon ein oder zwei Nächte im Park schlafen sollte, um mehr Zeit zu haben, die Tiere zu suchen.

Zurück auf der Lodge wird erst einmal geduscht und dann sitzen wir gemütlich am Pool bevor es Abendessen gibt.

 

 

 

 

7.2.2019

Der Tag beginnt mit dem Klingeln des Weckers um 4.00 Uhr. Wir haben eine Riesen-Strecke vor uns (mehr als 600km) bis wir nach Wolwedans kommen. Das Tor der Lodge wird eigens für uns um fünf Uhr geöffnet und wir fahren hinaus in die Stille und die Dunkelheit. Wieder und wieder laufen nachtaktive Tiere am Straßenrand entlang. Ingo muss sehr konzentriert fahren, ständig den Fuß auf der Bremse und wir sind froh, als wir das erste Licht des Morgens erblicken.

Wir fahren zunächst über Gochas nach Stampriet und von dort über Marienthal nach Maltahöhe bevor wir die Zufahrt nach Wolwedans erreichen. Als wir unterwegs tanken, glaubt man Ingo erst nicht, dass wir von Mata Mata kommen. Eine unvorstellbar lange Strecke für einen Tag, meist über Schotterpiste, liegt hinter uns.

Die Zufahrt nach Wolwedans, einer der schönsten Lodges in Namibia, ist bereits großartig und führt durch unberührte Natur, Farben soweit das Auge reicht, von Rot über Ocker zu gelb. Immer wieder einzelne Bäume und rundherum die Berge des Namib Rand Nature Reserve.

Als wir den langen Weg rund um eine Hügelkette geschafft haben, sehen wir eine große Herde Oryx Antilopen, die an einem Wasserloch steht. Wir werden misstrauisch beäugt und fahren weiter zur Rezeption von Wolwedans.

Ich habe bereits sehr viel über diese Lodge gehört und mich immer gefragt, was daran so besonders ist.

Die Antwort darauf bekomme ich heute.

Wir erreichen die Rezeption und werden sehr herzlich begrüßt. Ingo bleibt in den Unterkünften für die Guides und ich besteige einen offenen Jeep, der mich zum Dune Camp auf eine 250m hohe Düne bringen soll.

Wir müssen noch etwas warten, da gerade ein kleines Sportflugzeug gelandet ist. Zwei weitere Mitreisende aus der Schweiz fahren mit mir ins Camp.

Es ist herrlich als wir mit dem offenen Jeep die Düne empor fahren. Oben angekommen, eröffnet sich der erste atemberaubende Blick in die Wahnsinns-Landschaft.

Wir checken im Hauptzelt des Camps ein und es wird uns alles erklärt. Dann beziehe ich mein Zelt und kann mich an der Landschaft gar nicht satt sehen. Ich komme mir vor als würde ich in einem Bilderbuch wohnen.

Mittags wird ein leichtes Menü auf der Terrasse des Dune Camps serviert und ich ruhe mich danach etwas aus, sitze auf der Terrasse meines Zeltes und schaue in die Weite.

Es braut sich ein Unwetter zusammen und dunkle Wolken schießen bereits sturmgetrieben über den Himmel. Immer wieder schaffen es einzelne Sonnenstrahlen die umliegenden Hügel zu erleuchten. Ein kleiner Sandsturm kommt auf und taucht die Hügel in ein milchiges und verzerrtes Licht.

Vor meinem Zelt hoppelt plötzlich ein kleiner Hase und frisst ein Büschelchen Gras. Ich könnte ewig hier sitzen bleiben. 

Am Spätnachmittag werde ich von einem Guide der Lodge abgeholt, Ingo ist mittlerweile zu uns gestoßen und wir gehen gemeinsam auf Entdeckungstour.

Zunächst fahren wir weitere Unterkünfte der Lodge ab.

Das Private Camp, die Desert Lodge und die Mountain View Suite. Mein Favorit ist definitiv das Dune Camp.

Anschließend fahren wir durch die Dünen zum Sundowner. Mittlerweile sind noch mehr dunkle Wolken aufgezogen. Von unserem fantastischen Aussichtspunkt haben wir einen Rundumblick und während auf der einen Seite bereits ein dichter Regenvorhang zu sehen ist, blitzt auf der anderen Seite immer noch die Sonne durch.

Es ist mit Worten kaum zu beschreiben. Still stehen wir mit unserem Gin Tonic auf der Düne. Die Szenerie ist so großartig und unwirklich und mein Herz öffnet sich angesichts dieses unglaublichen Naturschauspiels.

Wieder einmal werde ich demütig und bin gleichzeitig dankbar, einen solch außergewöhnlichen und herrlichen Moment genießen zu dürfen.

Dann das größte Spektakel, der Sonnenuntergang. Ein wahres Farbenmeer ergießt sich über uns und man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Die Kamera nimmt alles nur bedingt und in kleinen Ausschnitten auf. Man muss er erlebt haben, den nahen Regen riechen, das immer näher kommende Donnergrollen hören und die ersten Blitze niederkrachen sehen.

Im Laufschritt kehren wir schließlich zum Jeep zurück und unser Guide gibt ordentlich Gas,um uns noch trocken zum Dune Camp zurück zu bringen.

Dort wartet bereits das Abendessen auf uns, in einem kleinen Zelt um uns vor dem Regen zu schützen.

Ich sitze mit den beiden Schweizern zusammen, die mit mir angekommen sind und wir genießen unseren Abend bei netten Gesprächen.

Derweil hat es angefangen zu regnen, ein Segen für diese trockene Region Namibias und wir hören mehrfach das Zischen der Blitze in unmittelbarer Nähe.

Unser Menü wird lachend durch den Regen getragen und die Sauce wird mit einer Köstlichkeit, dem afrikanischen Regen, verfeinert. Es ist ein unglaublich schöner und gelöster Abend der darin gipfelt, dass Stefan aus der Schweiz eine Geburtstagstorte erhält. Auf meine Nachfrage ob man gratulieren kann, lacht er nur und meint, er hat gar keinen Geburtstag, muss wohl irgend etwas auf dem Anmeldeformular falsch ausgefüllt haben.

Auf jeden Fall haben wir Spaß, die Torte wird auch an die anderen Gäste verteilt und nach einem sehr guten Essen gehen wir gemeinsam im Schein unserer Taschenlampen zurück zu den Zelten.

Ich schließe noch schnell die Plane im Badezimmer, da ein heftiger Wind am Zelt rüttelt und falle dann müde und überglücklich ins kuschelige Bett. Was für ein schöner Tag.

 

8.2.2019

In der Nacht hat es gut geregnet und das Trommeln der Tropfen auf meinem Zelt war wohltuend und beruhigend.

Morgens um 5 klingelt mein Wecker. Ich habe am Abend zuvor mit dem Guide der Lodge einen sunrise Drive vereinbart und schleiche leicht verschlafen unter die Dusche.

Um sechs Uhr treffen wir uns am Hauptzelt und rumpeln dann alleine mit dem Jeep in die Weite des Namib Rand Nature Reserve. Etliche Oryx Antilopen sind schon unterwegs zum Frühstück und wir halten wieder auf einer großen Düne. Obwohl es bewölkt ist, kann man ab und zu einen Blick auf die aufgehende Sonne erhaschen. Wir stehen still in der kühlen Morgenluft und philosophieren dann über Gott und die Welt. Ein Satz der bei mir hängen bleibt ist die Aussage des Guides, dass er jeden Tag hier oben genießt und sehr privilegiert ist, dies zu erleben. Wie wahr, genauso fühle ich auch in diesem Augenblick.

Nach einer ganzen Weile in der morgendlichen Stille fahren wir zurück zum Camp und ich frühstücke in Ruhe, wieder mit herrlichem Blick in die Landschaft. Am liebsten möchte ich hier bleiben.

Leider wartet Ingo schon unten an der Rezeption und so packe ich meine Sachen und werde hinunter gefahren.

Unser Weg führt uns heute zur nahe gelegenen Namibwüste. Die Sossusvlei Lodge am Sesriem Canyon möchte ich mir anschauen mit dem Desert Camp und dann in der neuen Gondwana Lodge, The Desert Grace, übernachten auf die ich sehr gespannt bin.

Der Empfang in der Sossusvlei Lodge ist sehr herzlich und ich schaue mir in Ruhe alles an. Dann fahren wir zum Desert Camp, das zur Lodge gehört. Auch diese Unterkunft ist sehr schön und besticht vor allem durch die Lage am Tor zum Sossusvlei.

Wir fahren weiter über die sehr rumpelige und immer schlechter werdende Schotterpiste zunächst zur Namib Desert Lodge. Dort treffen wir Steffi, die schon lange bei Gondwana arbeitet und plaudern ein bisschen mit ihr.

Dann geht es weiter auf dem Gelände der NDL zur Desert Grace. Das erste was wir erblicken, ist ein Hügel auf dem ein rosafarbener, überdimensionaler Bilderrahmen sowie ein rosa Tisch und ein rosa Stuhl stehen. Wir können uns ein Lachen nicht verkneifen.

Dann liegt die neue Lodge vor uns, eingebettet in den Sand der Namib. Mich beschleicht ein merkwürdiges Gefühl. Das Hauptgebäude samt Rezeption und Restaurant ist sehr stylisch. Teils afrikanisch (mit Zebrafellen auf dem Boden) teils hypermodern (mit viel Glas und Feder-Chichi) und immer wieder die Farbe rosa/pink.

Wer hat sich so etwas ausgedacht?

In der Gluthitze des Nachmittags beziehe ich mein Chalet Nr. 12 South ( es gibt je 12 chalets north und south) und bin gespannt, was mich dort erwartet. 

Das Chalet ist sehr groß und ebenfalls modern/afrikanisch eingerichtet. Das Bad ist riesig und ich schaue fasziniert auf die Terrasse, wo sich ein privater Pool inkl. Außendusche befindet. Bei allem Luxus den diese Unterkunft bietet, finde ich es doch befremdlich einen privaten Pool vor dem Haus zu haben, mitten in der Namib Wüste, in einem Land, dass derzeit überlegt den Notstand aufgrund der anhaltenden Dürre auszurufen.

Ich ruhe mich etwas aus, versuche die Kühle des Pools zu genießen und treffe mich dann mit Ingo an der Bar der Lodge.

Leider können wir die schöne Terrasse nicht nutzen, da sie in der prallen Sonne liegt und die Temperaturen an der 40° Marke kratzen. Wir ziehen mit unseren Getränken auf die kleine Terrasse hinter der Bar und finden uns lachend an einem sehr futuristischen Tisch mit hängenden Stühlen wie auf einem Kettenkarussel wieder. Von der Schaukelei mal abgesehen, hat man leider wenig Bewegungsfreiheit und so holen wir kurzerhand zwei Stühle aus der Bar und setzen uns damit an die Tischtennisplatte, die nebenan steht. Zum kühlen Drink gibt es Popcorn mit zwei verschiedenen Flavors, zubereitet in einer pinkfarbenen Popcornmaschine. Ich frage mich langsam, wie die Angestellten das alles sehen, die zudem noch alle in pinkfarbenen Poloshirts herumlaufen müssen. Nach Afrika sieht das hier nicht mehr aus.

Dann ist es Zeit fürs Abendessen und wir werden freundlich im Restaurant begrüßt. Das Erste was man uns stolz zeigt ist die Eistruhe in der selbstgemachtes Speiseeis angeboten wird. Danach folgt die Pizzastation, bei der man seine Pizza selber kreieren kann. Italien lässt grüßen.

Gott sei Dank gibt es dazu ein "normales" Buffet mit köstlichem Wildfleisch, Salaten, Desserts und einem bestens gelaunten Koch der lachend seine Deutschkenntnisse an mir erprobt. Ingo probiert die Pizza, die eher aussieht wie ein Flammkuchen und ist enttäuscht. Die Ananas ist staubtrocken und im Pizzaofen verdampft und der Teig hat die Marke knusprig überschritten. Fazit: Pizza gehört nach Italien, ein Braai nach Namibia.

Schade, ich hatte mir soviel von der neuen Lodge versprochen, deren Standard wirklich sehr gut ist aber es fühlt sich alles fehl am Platz an. Hier hat man sich weit von Afrika entfernt und ich bin gespannt, welche Klientel sich hier in Zukunft einfinden wird.

Nach dem Essen gehe ich schlafen aber muss leider entgegen meiner Gewohnheit die Klimaanlage die ganze Nacht laufen lassen da es kaum Luftzirkulation im Zimmer gibt. So Eco wie die Lodge beschrieben wird, ist sie dann doch nicht.

Ein Genuss war allerdings die Dusche im Freien, von der aus man in die Dünen der Namib schaut.

 

9.2.2019

Wir frühstücken in Ruhe und fahren dann weiter am Namib Naukluft Park vorbei zur nächsten Besichtigung. Tsondab Valley Scenic Reserve steht unter anderem auf dem Programm. Hier treffen wir Kristin Schreiber, die mit ihrem Mann Hans Tsondab gebaut hat.

Die kleine Lodge liegt ganz fantastisch in einem privaten Naturpark der Namib Wüste. Ich schaue mir einen der fünf schönen Bungalows (hier kann man alternativ auf dem Dach schlafen) an und bin begeistert.

Sehr privat, sehr schön und mit allem Komfort den man sich vorstellen kann. Dazu kann man mit Hans Rundflüge machen. Er besitzt einen kleinen Flugplatz und fliegt seine Gäste selber auf diversen Routen über das Land.

Es muss herrlich sein, hier ein paar Tage zu verbringen und ich werde die Lodge gerne jederzeit weiterempfehlen.

Nach unserem Stopp auf Tsondab fahren wir weiter zum Camp Gecko, das auf dem Weg zum Spreetshoogte Pass liegt. Das Camp wird von Heidi und René bewirtschaftet und ist ebenfalls sehr privat mit seinen rustikalen Buschzelten. Ingo ist an den Messern interessiert, die René selber herstellt. Es fachsimpelt ein wenig mit ihm bis wir anschließend weiterfahren zur Rostock Ritz Lodge.

Auch hier werden wir sehr herzlich empfangen, ich schaue mir die Chalets , das Restaurant und den schönen Poolbereich an und wir essen noch auf der fantastischen Aussichtsterrasse zu mittag.

Diese Lodge begeistert ebenfalls und so langsam habe ich ein gutes Repertoire an unglaublich schönen Unterkünften zusammen, für jeden Gast und jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Da macht das Zusammenstellen der Touren in Zukunft noch mehr Freude.

 

Danach führt uns die Pad weiter zu unserer nächsten Unterkunft, der Namibs Valley of a Thousand Hills Lodge.

Wie der Name schon sagt, befindet sich die Lodge zwischen tausend Hügelchen am Abzweig der C14 zur C26 also zwischen der Küste und dem Weg nach Windhoek in der Region Erongo/Khomas.

Von der C26 aus ist das letzte Stück bis zur Lodge sehr holprig und steinig, man sollte schon ein gutes Fahrzeug dabei haben, um die Auffahrt zu bewältigen. Unterwegs immer wieder herrliche Ausblicke in die Landschaft und schließlich erreichen wir das rustikale Holzhaus der Lodge.