30.8.2018
Mit zwei großen Koffern geht es auf den Weg nach Frankfurt zum Flughafen. Nachdem die Schlepperei beendet und die Koffer aufgegeben sind, sitze ich noch gemütlich im Ankunftsterminal und schaue, wer so alles abgeholt wird.
Zwei Herero Damen fallen mir ins Auge, die in leuchtend rot-schwarzer Tracht über den Flughafen ziehen. Die können ja nur nach Namibia fliegen.
Es kommen immer mehr Herero und Nama in Landestracht dazu, die Frauen in fantastischen und aufwändigen Roben und die Männer in Phantasieuniformen, teils mit Stock und schrillen Hüten.
Ich begebe mich zum Boarding, dort die üblichen Verdächtigen: junge Leute mit Rucksack, ältere Herrschaften zünftig in Wanderkleidung und wie immer einige Reisende in Tarnklamotten und mit Südwesterhüten.
Von den Herero keine Spur. Ich vermute gerade, dass sie innerhalb Deutschlands weiterfliegen um die Gebeine ihrer Ahnen abzuholen und nach Hause zu bringen (repatriation) als plötzlich die ganze Gruppe hoch erhobenen Hauptes zum Boarding marschiert. Der Anblick ist schon sehr beeindruckend, Stolz spricht aus den Gesichtern.
Im Flieger dann ein wenig Chaos bis sich alle sortiert und platziert haben.
Auch müssen wir aufgrund des erhöhten Gewichts des Flugzeuges nachtanken, was ca. 30 min dauert.
Dann geht es endlich los, wir schweben in den Nachthimmel über Frankfurt und ich freue mich auf neue Abenteuer und eine weitere Tour.
Leider kann ich überhaupt nicht schlafen, es ist wahnsinnig unruhig im Flugzeug, immer wieder Durchsagen, die Passagiere mögen sich hinsetzen, die Anschnallzeichen sind an.
Ich gönne mir ein Glas Rotwein beim Essen, das ein wenig an Qualität verloren hat. Das Bordpersonal ist genervt. Schon um halb elf gehen die Lichter aus, ruhiger wird es allerdings nicht.
31.8.2018
Gegen halb fünf gibt es Frühstück und die Herero Damen rüsten Kostüm-und schminktechnisch auf.
Nach der Landung ( bei der alle klatschen🤔) wird zunächst entschieden, dass die Medienleute und die Delegation zuerst aussteigen. Dann die anderen Passagiere. Fünf Minuten später Kommando zurück, erst alle Passagiere und dann die Delegation, welcome to Africa🙂
Als wir auf der Gangway stehen, sehen wir das ganze Ausmaß dieser Aktion. Zig Polizeifahrzeuge mit Blaulicht, eine Militärkapelle und ein paar Minister warten im Dunkeln schon auf die sterblichen Überreste der Herero und Nama, die während des Herero Aufstandes umgekommen sind und aufgrund wissenschaftlicher Zwecke in Deutschland waren und nun per Sarg im Flugzeug nach Namibia zurückgeführt wurden.
Wir werden vom Rollfeld gescheucht, es ist nicht unser Empfang und trollen uns zum Customs der wie immer nur sehr schleppend und unfreundlich die Visa verteilt.
Dann zum Kofferband. Einen Koffer finde ich auf dem Band der Maschine aus Frankfurt, der andere ist auf dem Band der Eurowings Maschine aus Köln gelandet.
Endlich treffe ich Annelise, die mich netterweise abholt, ich wechsle mein Geld und schon geht es nach Windhoek, Annelise ist im Stress.
Unterwegs wie immer die ersten Paviane am Straßenrand, das Hotel Maison Ambre in Klein Windhoek ist schnell erreicht und mein Zimmer wird gerade fertig gemacht. Ich bekomme einen leckeren Kaffee auf der Terrasse serviert und kann kurze Zeit später mein Zimmer beziehen.
Vom Flug bin ich so dermaßen geschlaucht, dass ich mich nur kurz wasche und dann ins Bett lege und bis Mittag schlafe.
Nachdem ich wieder einigermaßen klar bin, mache ich mich frisch und gehe zu Fuß runter zum Hilton, eigentlich kein Akt für deutsche Verhältnisse (20 min) aber wieder einmal mehr begreife ich, dass es in Namibia nicht üblich ist, zu Fuß zu gehen. Taxis wollen mich mitnehmen aber ich marschiere tapfer weiter bis zum Hilton im Stadtzentrum.
Dort fahre ich in die 9. Etage in die Skybar und genieße erst einmal den traumhaften Blick über die Stadt. Ein Infinity Pool und eine Bar runden das Ganze ab.
Ich bestelle mir einen eisgekühlten Rock Shandy und einen Salat und genieße mein Mahl in luftiger Höhe über den Dächern der Stadt und mit Blick auf den Trubel der quirligen Haupteinkaufsstraße, der Independence Avenue.
Für den Rückweg beschließe ich, ein Taxi zu nehmen und unterhalte mich noch mit einem netten Security Mitarbeiter, der mir direkt erzählt, dass er gerne mal nach Deutschland reisen würde. Unser Land scheint wirklich wie das Paradis auf Erden zu wirken.
Ein weiterer Angestellter des Hotels kommt dazu und wir fachsimpeln über die verschiedenen Landschaften Namibias ( die beiden sind Ovambos aus dem hohen Norden)
Dann kommt mein Taxi und ich verabschiede mich. Habe vor, am nächsten Tag zum Sundowner wieder ins Hilton zu fahren.
Im Hotel angekommen, cancele ich meine Tischreservierung für Joes Beerhouse am Abend. Ich bin zu müde um noch aus zu gehen und Hunger habe ich auch keinen.
Setze mich an den Pool, lese etwas und schreibe WhatsApp Nachrichten bevor ich bei Sonnenuntergang dann wirklich ins Bett gehe und hoffe, durchzuschlafen. Am nächsten Tag treffe ich mein Patenkind Carlos und seine Mutter und möchte fit und ausgeruht sein.
1.9.2018
Nach einer herrlichen Nacht im Bett und jeder Menge Schlaf genieße ich das gute Frühstück im Maison Ambre. Am Tisch unterhalte ich mich mit zwei Selbstfahrern, die heute ihre Tour in den Süden beginnen. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass Namibia fasziniert und die Leute gerne wieder kommen. Das verbindet auch beim Fachsimpeln und Erzählen der eigenen Reisegeschichten.
Nach dem Frühstück mache ich mich zu Fuß auf in Richtung Hilton wo ich mit Frau Diehl vom Sonnenkinder Projekt verabredet bin. Sie ist so lieb und holt Carlos und seine Mutter ab damit wir uns treffen können. Nachdem wir uns erst einmal am Hotel verpasst haben, treffen wir uns schließlich am Hilton und es ist schön, Carlos und seine Mutter wiederzusehen.
Wir beschließen in die Wernhill Mall zu fahren, dort setzt uns Frau Diehl ab und wir stürzen uns ins samstägliche Getümmel der Shoppingmall.
Carlos benötigt eine neue Schultasche und liebäugelt mit einem Nike-Modell. In einem Sportgeschäft werden wir schnell fündig und dann fallen ihm die Turnschuhe ins Auge. Flink saust er von Regal zu Regal, begutachtet hier und da einen Schuh und bleibt schließlich an Fußballschuhen hängen. Leider passen diese nicht, also muss ein Verkäufer her, der mit einer Engelsgeduld mehrere Schuhgrößen anschleppt.
Die Wahl fällt auf ein paar Adidas Schuhe mit Stollen, schließlich ist Carlos Torwart der Schulmannschaft.
Als ich bezahlt habe sieht er jedoch ein anderes Paar Turnschuhe und schaut ganz verzweifelt drein. Der nette Verkäufer kommt wieder zurück und Carlos probiert auch diese Schuhe an, die schließlich eine Nummer größer gekauft werden damit er länger etwas davon hat.
Wir also wieder zur Kasse, die Fußballschuhe umgetauscht und stattdessen die Turnschuhe eingepackt. Dann verlassen wir im Eiltempo das Geschäft bevor ein weiterer Sinneswandel zum Umtausch anregt.
Unser nächstes Ziel ist Wimpy. Carlos und seine Mutter haben sehr früh gegessen und sind hungrig also rein in den Laden und erst einmal einen Burger und ein deftiges Frühstück bestellt.
Carlos schaut ganz fasziniert die Sportclips im Fernsehen, zieht lässig seine Kunststoffschlappen aus und mampft genüßlich Burger und Pommes mit Ketchup. Anschließend vertilgt er noch die Hälfte des Steaks seiner Mutter und als die Kellnerin abräumen will, langt er noch nach dem Rest Spiegelei auf dem Teller. Wer weiß wann es so etwas Gutes wieder gibt.
Dann verlassen wir Wimpy und gehen in einen Schreibwarenladen um Kleber und Buntstifte für die Schule zu kaufen. Auf dem Weg entern wir einen Biltong Shop wo ich ein paar Tüten des köstlichen Trockenfleisches kaufe. Auch hier langt Carlos tüchtig zu und die Tüte ist schon leer bevor wir die Mall verlassen.
Wir schlendern zurück durch die Stadt, am Uhrenturm vorbei wieder in Richtung Independence Avenue und von dort zum Hilton. Mittlerweile ist es zwei Uhr und wir wollen noch hoch auf die Dachterrasse.
Oben angekommen juchzt Carlos vor Vergnügen als er den Pool sieht. Von daher dauert es auch nicht lange und er entledigt sich seines T-Shirts und seiner Hose und hüpft in der Unterhose ins heiß ersehnte Nass. Das Wasser ist eiskalt aber Carlos strahlt und wandert mangels Schwimmkünste im flachen Becken stolz auf und ab, posiert für ein paar Fotos an der Leiter und kriegt sich vor Freude gar nicht mehr ein.
Als sein Körper fast den Gefrierpunkt erreicht hat, klettert er aus dem Becken und legt sich erst einmal auf eine warme Bank in die Sonne. Die Gänsehaut verschwindet so nach und nach und er zieht sich dann wieder um, nasse Unterbux in einen Plastikbeutel gepackt und herrlich war das Bad. Wir schießen noch ein paar Erinnerungsfotos am Pool und dann verabschieden wir uns herzlich. Carlos fährt mit seiner Mutter zurück nach Otjomuise und ich wieder ins Gästehaus in Klein Windhoek wo ich mich ein paar Stunden ausruhe.
Um fünf werde ich von Taxi Koch abgeholt und wieder zum Hilton gefahren, wo ich heute essen und einen Sundowner auf der Dachterrasse erleben möchte.
Der Burger schmeckt lecker, dazu ein Glas Chardonnay und beim Sonnenuntergang über den Dächern von Windhoek trinke ich noch gemütlich einen Klipdrift.

 

Um acht holt mich der nette Fahrer von Taxi Koch wieder ab, hat schon vor dem Hotel auf Ma‘am gewartet und ich falle um halb neun müde ins Bett.
2.9.2018
Werde um 4 Uhr wach und bin ausgeschlafen. Wie war das mit dem präsenil?
Ich drehe mich noch zwanzigmal im Bett rum und gebe um kurz nach 5 auf, schreibe die ersten Nachrichten und gehe dann in Ruhe duschen. Der Koffer ist schnell gepackt und ich gehe um kurz nach sieben zum Frühstücksraum wo man noch gar nicht auf early birds vorbereitet ist.
Ich nehme im Wohnzimmer Platz und lese in Ruhe die AZ bis ich zu Tisch gebeten werde.
Der Kaffee schmeckt, das Rührei auch und ich mache mich um acht gemütlich fertig zur Abreise. Annelise meldet sich um kurz nach acht um Bescheid zu sagen, dass sie mit Lisbeth und Julia vom Flughafen losfährt.
Um neun sitze ich immer noch auf der Terrasse des Gästehauses und warte. Afrikanische Zeitangabe halt aber ich habe ja Urlaub. Tut mir nur leid für die beiden älteren Herrschaften, die in Windeseile Frühstück gemacht haben weil sie dachten ich würde um kurz nach acht abgeholt.
Naja sei‘s drum.
Um kurz nach neun kommt Annelise, wir laden die Koffer ein und dann geht es raus aus der Stadt endlich nach Okapuka, wo ich immer wieder gerne hinfahre.
Es ist Sonntag und Okapuka füllt sich langsam mit Wochenendausflügern aus der Stadt. Wir beziehen unsere Bungalows und ruhen uns erst einmal aus. Julia und Lisbeth sind ziemlich geschlaucht vom Flug und auch ich lege mich etwas hin da ich ja auch schon früh auf den Beinen war.
Gegen Mittag treffen wir uns an der Bar auf einen Rock Shandy und Lisbeth und Julia essen eine Kleinigkeit und sehen gleich sehr viel entspannter aus als nach dem Flug.
Am Nachmittag trifft auch Ingo ein und wir schwatzen eine ganze Weile, haben uns ein halbes Jahr nicht gesehen und es gibt viel zu erzählen.
Auf dem Gras tummeln sich wieder jede Menge Schweinchen, Strauße spazieren auf und ab und gegen Abend kommen ein paar Springböcke dazu.
Wir essen gemeinsam im Restaurant und werden gegen neun vom Kellner freundlich hinaus gekehrt.

 

Freuen uns aber auch aufs Bett und ich schlafe recht schnell ein, was durchaus an dem ein oder anderen Glas Rotwein liegen mag.
3.9.2018
Nach einer herrlich ruhigen Nacht gehe ich ganz gemütlich duschen und kuschel mich danach noch einmal in die Federn. Es ist ziemlich frisch draußen und wir haben heute kein Programm also nochmal schnell die Gunst der Stunde nutzen um länger liegen zu bleiben.
Während ich im Bett liege und schreibe, stolzieren Strauße neugierig an meiner Terrasse vorbei auf der Suche nach etwas Fressbarem.
In den frühen Morgenstunden war auch ein Löwe zu hören, ansonsten viel Vogelgezwitscher auf Afrikaans und Ruhe, Ruhe, Ruhe.
Ich mache mich langsam fertig zum Frühstück und bin gespannt, wie Lisbeth und Julia geschlafen haben.
Im Frühstücksraum angekommen erfahre ich von den Angestellten, dass Ingo schon früh da war und bereits in die Stadt unterwegs ist.
Ich genieße mein Essen und einen heißen Kaffee, es ist noch recht frisch.
Um kurz nach neun kommen Lisbeth und Julia, die schon eine Runde joggen war, ebenfalls zum Frühstück.
Wir plaudern noch ein bisschen und dann machen sich die beiden auf um den walking Trail zu gehen.
Ich nehme meine Kamera und spaziere etwas über das Gelände der Lodge aber sehe nicht wirklich etwas Nennenswertes. Es ist fast Mittag und die Tiere haben sich verkrochen.
Auf dem Rückweg treffe ich Lisbeth am Pool und wir erzählen entspannt während sich ein Warzenschwein neugierig anschleicht und uns beäugt.
Als ich am Nachmittag auf der Terrasse meines Bungalows sitze, komme ich mir vor als würden die Tiere mich im Menschenzoo begaffen. Straußendamen stolzieren vorbei, eine kleine Gruppe Warzenschweinchen liegt vor mir im Gras und frisst, eine Herde Schafe kommt blökend dazu und es ist ein buntes Treiben auf der Rasenfläche der Lodge. Ich zähle ungefähr 40 Schweinchen und 6 Strauße.
Am Spätnachmittag mache ich mit Lisbeth und Julia einen ersten gamedrive auf dem Gelände der Lodge. Wir sehen 4 Nashörner, etliche Antilopen, jede Menge Giraffen, Perlhühner, Zebras und rumpeln mit dem Safari Fahrzeug über Stock und Stein. Als wir zurückkommen sitzt Ingo an der Bar, hat schon unser Auto für die Tour geholt und aus Frankfurt kommt die Nachricht, dass der zweite Teil unserer Reisegruppe pünktlich im Fliege sitzt.
Wir gehen ins Restaurant zum Essen und holen anschließend unsere Frühstücks Packages an der Rezeption ab. Morgen müssen wir früh raus um die anderen am Flughafen abzuholen und das Restaurant hat um diese Zeit noch nicht auf.

 

Müde falle ich ins Bett und schlafe recht schnell ein.
4.9.2018
Die Nacht war ziemlich unruhig, da mich eine Mücke gepiesackt hat. Als ich um drei Uhr wach werde, scheint der Mond so hell wie eine Straßenlaterne in mein Fenster. Draußen knuspern die Tiere das Gras, der Rasensprenger geht ab und zu an, ansonsten ist es still und friedlich.
Gegen vier Uhr erwachen die ersten Vögel und stimmen ihren Morgengesang an. Das ist es, was ich an Namibia so liebe. Kein Zivilisationslärm, keine Hektik sondern viel Natur die mich immer wieder staunen und die Seele zur Ruhe kommen lässt.
Um sechs fahren wir los zum Flughafen um die anderen abzuholen. Als wir ankommen ist die Maschine längst gelandet und unsere Reisegruppe wartet schon in der Halle. Wir verladen schnell die Koffer und schon geht sie los, unsere Tour in den Süden.
Ingo fährt Richtung Dorbabis und Uhlenhorst bevor wir auf die Route nach Solitaire abbiegen, an den Naukluft Bergen vorbei.
Vorher stoppen wir noch in Rehoboth an der B3 Tankstelle wo sich die Namibia- Greenhorns per Schautafel über die Geschichte der Rehoboth Baster informieren können.
Die Wiederholungstäter decken sich im Tankstellenshop direkt mit den heißgeliebten Keksen, Getränken und Snacks ein, wir sind wieder da und freuen uns riesig.
Andrea erzählt, als sie aus dem Flugzeug gestiegen ist, ist ihr das Herz aufgegangen, so soll es sein in Namibia, deshalb kommen viele immer wieder hierher.
Als wir kurz vor der Lodge sind, hält Ingo an und wir trinken den ersten gemeinsamen Gin Tonic aus den hübschen kleinen Tassen, die Annelise uns netterweise geschenkt hat.
Dann erreichen wir die Namib Desert Lodge und checken ein. Ich wohne wieder in der selben Häuserreihe wie schon 2014. Nach einem leckeren Mittagessen verzieht sich jeder in sein Lieblingseckchen und auch ich schlafe bis kurz vor sechs.
Dann gehe ich duschen und wir finden uns alle wieder zu einem köstlichen Abendessen vom Buffet ein. Es gibt unter anderm Oryxgulasch und Kudu, so lecker.

 

Wir beschließen den Abend recht früh, da wir am nächsten Tag gegen 5 raus müssen und zum Deadvlei fahren.
5.9.2018
Nach einer ruhigen Nacht stehe ich um halb sechs auf und mache mich fertig zum Frühstück. Um halb 7 wollen wir los zum Deadvlei. Die Fahrt geht über eine wahnsinnig schlechte Schotterpiste. Wie Ingo schon am Tag zuvor erklärt hat, hat Namibia ein riesiges Maintenance Problem. Die Straßen müssten dringend aufgefüllt werden, man rumpelt über viele Kilometer von rechts nach links. Als wir endlich am Tor ankommen , sind wir Fahrzeug Nr. 28. Ingo gibt Gas und überholt etliche Autos. Am Shuttle Punkt angekommen, steigen wir direkt in einen Jeep der uns zum Deadvlei bringt.
Dort angekommen, haben sich leider schon viele andere Touristen eingefunden und ich beschließe, mich lieber in den Dünen unten aufzuhalten während der Rest der Gruppe den Weg in den Deadvlei zurücklegt.
Ich setze mich auf eine kleine Düne um in Ruhe mein Frühstücksbrot zu essen und die Stille zu genießen. Rund um die Düne finde ich einige schöne Fotomotive sowie ein paar große Eulennester in den Bäumen.
Schon bald kehrt unsere Gruppe vom Trip in den Deadvlei zurück und wir fahren noch zur Düne Big Mama, die wir allerdings nicht besteigen sondern nur fotografieren.
Unser Guide nimmt uns wieder auf den Shuttle zurück zu Ingo und wir holpern zur Düne 45, die Flori noch besteigt. Wir anderen fotografieren unten und entdecken ein Nest mit 3 kleinen Turmfalken.
Dann geht die Fahrt wieder aus dem Naukuft Park heraus und wir kürzen ab über einen Privatweg der Sossus Dune Lodge und haben Glück, dass uns keiner dabei erwischt.
Unser nächster Stopp ist am Sesriem Canyon, der zu Fuß erkundet wird.
Schließlich brechen wir auf und fahren wieder zurück zur Namib Desert Lodge. Dort angekommen bleibt noch etwas Zeit für einen Drink. Dann verladen wir unser kleines Gepäck in einen Anhänger und klettern auf den offenen Jeep, mit dem uns Ingo ins Namib Dune Star Camp bringt. Allein schon die Fahrt durch die versteinerten Dünen ist ein Traum. Unser Weg wird von etlichen Oryx Antilopen verfolgt.
Oben im Camp angekommen genießen wir den unglaublich schönen Ausblick. Die Gruppe macht noch eine kleine Führung rund um das Camp bei der einiges über die Wüste und deren Kleinstlebewesen erzählt wird.
Am Abend sitzen wir alle zusammen im Restaurant nach einem fantastischen Sundowner und essen als Vorspeise Erbsensuppe. 🤩
Bald gehen wir schlafen und jeder hat schon sein Bett auf die Terrasse des Bungalows geschoben um unter dem Sternenzelt zu schlafen.

 

Die Nacht ist eiskalt aber unter zwei Decken und Wolldecke geht es schließlich, die Kapuzenjacke schützt den Kopf vor dem kalten Wind und so halten wir alle bei 6 Grad bis zum Morgen durch.
6.9.2018
Um halb sieben wird eine Thermoskanne mit heißem Wasser vor die Tür gestellt und ich genieße den ersten warmen Kaffee. Gegen 7 sitzen wir alle wieder im Jeep und fahren runter zur Lodge um zu frühstücken. Unterwegs hält Ingo mehrmals um Oryxe zu fotografieren, die im Licht des anbrechenden Tages in der Dünenlandschaft stehen und fressen. Ein wunderschönes und friedliches Bild.
Wir frühstücken in Ruhe auf der Lodge und fahren dann los in Richtung Swakopmund. Unterwegs passieren wir den Gaub Pass und halten am Kuiseb Pass um Fotos von der skurril wirkenden Mondlandschaft zu nehmen.
Nach einer ziemlich rappeligen Fahrt auf der immer schlechter werdenden Schotterpiste stoppen wir noch an der Straße nach Swakopmund an der einsamsten Toilette Namibias am Vogelfederberg. Dann passieren wir Walvisbay und fahren über die Salzstraße zu unserer nächsten Unterkunft The Stiltz die wir am frühen Nachmittag erreichen.
Flori und Julia haben sich dazu entschlossen mit mir ins Township nach Mondesa zu fahren um Mama Gloria die Spenden und die Kinderkleidung, die ich in Deutschland gesammelt habe, zu bringen. Während die anderen einen kleinen Shopping Trip in die Stadt machen, warten Flori, Julia und ich auf Hata Angu Cultural Tours, die uns nach Mondesa bringen wollen. Wir fahren mit einem älteren Bus ins Township nachdem uns unser Guide herzlich begrüßt hat. Bei Gloria angekommen erwartet diese uns schon freudig in ihrem Haus. Wir schwatzen ein bisschen in einem der Klassenzimmer und sie erzählt Flori und Julia Interessantes über die Tradition der Herero. Schließlich übergebe ich ihr die Geldspende und die Kinderkleidung und sie freut sich unglaublich über die Hilfe aus Deutschland.
Die Kinder, die an dem Tag in der Betreuung sind, kommen ebenfalls mit ihren Lehrerinnen dazu (derzeit sind 56 Kids und 4 Lehrkräfte im Ngaturihonge Day Care Center) und wir machen ein Gemeinschaftsfoto um zu Hause zu dokumentieren, dass alle Sachen abgegeben worden sind.
Gloria verspricht, mich über die gesponserten Baumaßnahmen auf dem Laufenden zu halten und wir gehen noch durch drei weitere Räume wo Kids schlafen, essen und ihre Hausaufgaben machen.
Wir verabschieden uns von ihr mit einem dicken Huggy und fahren dann weiter zum Fußballplatz im Township wo uns Raymond, der ehrenamtliche Coach schon erwartet. Es ist super stürmisch und ein eiskalter Wind fegt über den Platz. Aber die Kids haben Spaß und sind wahre Ballkünstler. Wir fachsimpeln ein wenig mit Raymond und übergeben schließlich den Koffer mit den Fußballtrikots, die eine nette Kollegin aus Deutschland gespendet hat.
Die Kids sind total begeistert und stürzen herbei. Raymond versucht ein wenig Ruhe in die Gruppe zu bringen und verspricht, dass jedes Kind ein Trikot bekommt. Wir tauschen unsere Handynummern aus, da ich bei den heimischen Fußballclubs fragen möchte, ob Trikotspenden möglich sind und ob evtl. Talent Scouts einmal nach Mondesa reisen um zu sehen, ob sich die Möglichkeit ergibt, hier talentierte Kids zu fördern.
Wir verabschieden uns von Raymond und fahren zurück zum Stiltz wo wir uns für das Abendessen frisch machen.
Gegen 18.00 Uhr laufen wir zur Jetty und treffen dort die anderen, die einen tollen Shopping Tag in Swakopmund hatten.
Unser Tisch am Fenster bietet wieder einen spektakulären Sonnenuntergang über dem Meer und wir essen Köstlichkeiten aus dem Atlantik.

 

Nach dem Essen wandern wir zurück zur Lodge und ich freue mich auf meine Heizdecke, die netterweise schon im Bett eingeschaltet wurde. Es ist wieder empfindlich kalt.
7.9.2018
Früh am Morgen treffen wir uns zum Frühstück und verladen dann mit Ingo unsere Koffer im Bus. Batis Birding Safaris holen uns um 08.00 Uhr ab und wir fahren raus in die Dünen des Dorob Naturschutzgebietes zur Living Desert Tour. Colin unser Guide sucht mit uns etliche Stellen ab, um uns die Kleinstlebewesen oder die „Little Five“ der Wüste zu zeigen. Es handelt sich hierbei um das Namaqua Chamäleon, die side winder Schlange, den Lizzard ( auch speedy Gonzales genannt), die White Lady Spider und den Palmato Gecko.
Die Spinne wird von vorne herein ausgeklammert, da sich sich aus Schutz vor der sengenden Sonne eingräbt und wir sie nicht in Gefahr bringen möchten.
Bald stoppt Colin und wir haben die Gelegenheit, ein Namaqua Chamäleon zu beobachten, dass in einem kleinen Busch sitzt. Eine zweite Reisegruppe stößt zu uns und deren Guide Annegret wirft Mehlwürmer in die Nähe des Chamäleons damit wir sehen, wie die Zunge herausschnellt und das Tier die Würmer blitzschnell damit angelt. Begleitet werden wir die ganze Zeit von 2 kleinen Vögelchen, die genau wissen, dass Mehlwürmer ausgeteilt werden und auf ihren Anteil warten.
Der nächste Stopp ist an einer kleinen Düne wo Colin den Bau eines Palmato Geckos entdeckt hat. Nach kurzem Buddeln hält er den kleinen Kerl in der Hand und wir können wunderbar fotografieren. Losgelassen gräbt sich der Gecko in Sekundenschnelle wieder ein.
Wir fahren weiter und Colin und Annegret suchen die Schlange aber leider erfolglos.
Stattdessen findet Colin in einer Düne den Lizzard, einen kleinen Gecko, der sich sofort an seinem Finger festbeißt und wie ein kleines Pendel in der Luft baumelt und damit ein wunderbares Fotomotiv abgibt. Auch er buddelt sich in rasender Geschwindigkeit wieder ein, als Colin ihn im Sand absetzt.
Die Suche nach der Schlange wird fortgesetzt, aber wir werden einfach nicht fündig.
Plötzlich stoppt Colin den Jeep und winkt uns nach draußen. Er hat die Spur eines Skorpions entdeckt und schon bald sehen wir das ziemlich große Tier mit bedrohlich aufgerichtetem Stachel. Es handelt sich um einen der seltenen Black Scorpions die man an ihrem breiten Schwanz erkennen kann. Der Skorpion ist hochgiftig und wir halten respektvoll Abstand.
Nach diesem unerwarteten Fund fahren wir über die Salzstraße zurück nach Swakopmund und beschließen unsere Tour an der Shoppingmall „Platz am Meer“ wo Ingo schon auf uns wartet. Wir laufen noch kurz in den Supermarkt Checkers um etwas zu Essen zu kaufen und dann fahren wir in Richtung Hentiesbay wo Ingo noch auftanken möchte. Es geht über Wlotzkasbaken weiter an der Küste entlang durch eine unwirklich wirkende Wüsten- und Dünenlandschaft bis wir schließlich die Robbenkolonie bei Cape Cross erreichen.
Gewappnet gegen den heftigen Gestank der Tiere steigen wir bei starkem Wind aus dem Fahrzeug. Ein ohrenbetäubender Lärm empfängt uns, hunderte von Ohrenrobben ( Stinkeohrenrobben wie Ingo sagt) liegen im Sand und auf den Felsen und blöken wie die Schafe. Über einen Holzsteg kommen wir auf Armlänge an die Tier heran und können fantastische Aufnahmen machen. Etliche Robben tummeln sich im aufgewühlten Atlantik und sonnen sich danach auf den Steinen am Strand. Außer uns ist noch ein Bus Chinesen unterwegs, die sich wie so oft mit einem Mundschutz gegen Keime jeglicher Art und schlechter Luft schützen.
Nachdem jeder von uns schöne Fotos von den Robben geschossen hat, fahren wir in die 1,5 km entfernt liegende Cape Cross Lodge.
Dort werden wir schon erwartet und beziehen unsere schönen Zimmer in der ersten Etage mit direktem Blick aufs Meer. Es ist fantastisch und wir alle stehen beim Sonnenuntergang auf dem Balkon, den Fotoapparat in der Hand und können uns nicht satt sehen. Einige Mitreisende waren noch am Strand oder im kleinen Museum der Lodge.

 

Zum Abendessen treffen wir uns im Restaurant wo schon die Busladung Chinesen Platz genommen hat und uns mit lautem Geschnatter empfängt. Gott sei Dank sind sie früher als wir fertig mit dem Essen und wir können zumindest noch in Ruhe unseren Nachtisch genießen. Im Kamin des Restaurants brennt ein gemütliches und wärmendes Feuer und wir nehmen noch einen Drink bevor wir in die Betten fallen.
8.9.2018
Die Nacht am Atlantik ist fantastisch wenn auch sehr kühl. Beim Licht der aufgehenden Sonne machen wir uns fertig für die Weiterfahrt, frühstücken und fahren dann durch die kahle Dünenlandschaft parallel zum Meer an der Skeletoncoast entlang weiter bis nach Torra Bay. Wir passieren das Totenkopf Tor und sehen ein Schiffswrack auf dem Weg aber es ist sehr windig und kalt und wir fotografieren im Eiltempo.
Bei Torra Bay biegen wir ab landeinwärts in Richtung Springbokwater. Die Landschaft wird zusehends hügeliger und grüner, die Flechten werden abgelöst von Sträuchern und kleinen Bäumen, durchsetzt von bizarren Felsformationen.
Gegen Mittag erreichen wir Palmwag und beziehen unsere Zelte auf dem Gelände der Konzession. Es gibt einen schönen Pool mit einer Bar an der wir ein kleines Mittagessen einnehmen. Auf den Schildern der Lodge wird überall vor Elefanten und Raubkatzen gewarnt. Nichtsdestotrotz trabt ein Trupp deutscher Touristen mit dem Guide von Wikinger Reisen los ins Schilf um eine Herde Elefanten zu sehen. Die Tiere nehmen natürlich reißaus, lediglich einen Elefant kann man aus einiger Entfernung sehen, der gerade in der Wasserstelle gebadet hat.
Wir genießen die Zeit am Pool bis zum Briefing des Rhino Trackings am nächsten Tag, das am Lagerfeuer abgehalten wird. Renate schmeißt eine Runde Amarula und wir freuen uns als Andrew, unser Guide uns alles für den nächsten Morgen erklärt.
Anschließend gehen wir zum Abendessen und werden noch von einer sehr stimmungsvollen und fröhlichen Gesangseinlage des Lodgepersonals überrascht. Der Amarula Song darf natürlich nicht fehlen.
Ich tapere im Dunkeln mit Ingo den Weg zu meinem Zelt und freue mich auf die nächtliche Geräuschkulisse.
Gegen zehn werde ich wach und weiß nicht so recht, ob ich mich im Kino befinde oder in Afrika. Mein Zeltnachbar in Nummer 21 sieht in einer wahnsinns Lautstärke einen Actionfilm auf dem iPad, ein Hoch auf die modernen Medien.

 

Ich ziehe mich wieder an, gehe nach Nebenan und bitte um Ruhe. Danach klappts auch wieder mit dem Schlafen.
9.9.2018
Nach einer herrlichen Nacht im Zelt, wo morgens in der Nähe Elefanten und Hyänen zu hören waren treffen wir uns mit der Gruppe zum Frühstück und klettern anschließend auf den Jeep der uns hinaus auf das Gelände der Lodge fährt, zum Rhino Tracking zu Fuß. Laut Anweisung haben wir nichts Helles an, tragen festes Schuhwerk und auch Deo oder Parfum wurde verboten.
Es ist wieder super kalt aber die Lodge hat für uns Filzponchos mit Kapuze auf den Jeep gepackt, die wir dankend annehmen und uns darin einmummeln. Wir sehen zwar aus wie die sieben Zwerge auf Urlaub aber egal, Hauptsache warm.
Unterwegs nehmen wir noch 4 Guides aus einem nahegelegenen Damaradorf auf, die mit uns auf Nashorn-Suche gehen.
Wir verlassen die Straße und fahren querfeldein, immer wieder steigt ein Guide aus dem Wagen und verfolgt die Spur der Rhinos am Boden.
Als wir ein ganzes Stück gefahren sind, heißt es schließlich aussteigen und zu Fuß weiter marschieren. Die Guides gehen vor und hinter uns und sichern ebenfalls die Flanken ab, es ist schon recht abenteuerlich. Bewaffnet ist jedoch keiner.
Wir beginnen über Geröll und dicke Steine einen kleinen Hügel zu umrunden als endlich die Ansage kommt: Rhino in Sicht.
Jetzt ist Vorsicht und absolute Stille angesagt. Wir entdecken ein Nashorn schlafend unter einem Baum, dazu ein Jungtier. Als wir uns vorsichtig nähern, wird das Nashorn wach und wittert in unsere Richtung. Wir gehen in die Hocke und verhalten uns mucksmäuschenstill. Der Adrenalinpegel steigt als das Nashorn sich auf uns zu bewegt und anfängt zu schnauben. Die Guides geben das Zeichen für den sofortigen Rückzug, dem wir unter Herzklopfen gerne folgen. Wir klettern ein wenig den Berg hinauf und bewegen uns in sicherer Distanz zum Tier bis wir nicht mehr stören. Das Nashorn hat unsere Witterung verloren und trabt ruhig mit dem Jungtier davon. Das war spannend!
Wir begeben uns auf den Rückweg und freuen uns, dass wir unser Abenteuer unbeschadet überstanden haben. So müssen sich Helden fühlen.
Andrew und seine Crew fahren uns noch zum Viewing Point des Geländes und wir haben eine fantastische und atemberaubende Aussicht fast bis zur Küste. Es gibt heißen Kaffee und Tee, ebenso Cookies und wir fotografieren nach Herzenslust. Mittlerweile ist es warm geworden und wir sind gegen Mittag wieder an der Lodge wo wir Ingo von unserem Abenteuer berichten.
Den Nachmittag verbringen wir faul am Pool und freuen uns wieder auf das Abendessen. Vorher trinken wir noch kühles Bier und den obligatorischen Rotwein mit Eis und machen uns einen Spaß daraus, alles auf Zimmer 21 schreiben zu lassen, aus Rache für das Getöse in der Nacht zuvor.
Als wir beim Abendessen sitzen, wird Ingo zu Fritzi, dem Pächter von Palmwag gerufen, der mit ihm etwas trinken möchte. Ingo erzählt die Story der nächtlichen Ruhestörung und es stellt sich heraus, dass mein Zeltnachbar mit dem Dolby Surround Heimkino unser Guide Andrew ist, den ich durch die Tür mit Moskitonetz nicht erkannt hatte.
Ooops , dumm gelaufen.
Wir bröseln ziemlich mühselig die auf Zimmer 21 angelegte Rechnung wieder auf, der Kellner versteht mittlerweile gar nichts mehr aber die Sache mit „die Rechnung geht auf Zimmer 21“ wird zum running gag der Tour.

 

In der Nacht ist dafür Ruhe und ich kann prima schlafen.
10.9.2018
7.00 Uhr Koffer aus und Frühstück und 8.00 Uhr Abfahrt. Es wird langsam wärmer und der Zwiebellook beschränkt sich nur noch auf zwei Schichten Kleidung.
Wir brechen auf in Richtung Kamanjab auf der Schotterpiste und durchqueren eine weitere wunderbare Landschaft am Grootberg. Oben auf dem Pass stoppen wir um Fotos zu machen und die Weite ist einmal wieder großartig.
In Kamanjab halten wir um beim Impala Meat Market um Boerewors und Biltong zu kaufen. An der Wand hängen die riesigen Köpfe eines Kudus, einer Oryxantilope und einer Elandantilope und schauen über das Obstregal in die Fleischtheke wo es Zebrabeine im Angebot gibt.
Anschließend geht es in den Supermarkt um Brot, Pappteller und Süßigkeiten für die Kinder zu kaufen.
Danach setzen wir unsere Fahrt fort auf der Straße zwischen der Hobatere Konzession und der Etoscha Konzession, vorbei am Galton Gate und kommen in das Gebiet von Opuvo. Am Straßenrand halten wir an und sammeln Holz für ein kleines Feuerchen. Ingo hat wieder seinen Grillrost mitgenommen und bereitet uns herrliche Boerewors mit Toast zu. Gin Tonic ist schnell ausgeschenkt und wir genießen unsere Mittagspause im Nirgendwo.
Opuvo ist die Hauptstadt des Kaokovelds und empfängt uns mit einem quirligen Völkergemisch. Auf den Straßen Hererodamen in ihrer traditionellen Tracht und mit den Hüten in Form von Rinderhörnern. Dazwischen gehen Himbafrauen barbusig und in ihrer Ledertracht einkaufen, die Himba Männer tragen bunte knielange Röcke. Die dunkelhäutigen Tjimba sind westlich gekleidet und bunt unterwegs. Hier ist man im schwarzen Afrika, wir sind die Exoten und werden angesprochen.
Unser Weg führt in den Bottlestore an der Straße während Ingo tanken geht. Ein paar Mitreisende gehen in den Supermarkt um Sweeties für die Kinder zu kaufen.
Es geht weiter raus aus Opuvo und auf eine Anhöhe auf der die wunderschöne Opuvo Country Lodge liegt.
Der Nachmittag ist zur Erholung gedacht und Anne, Laura und ich testen den Infinity Pool mit traumhaftem Blick über die Weite und in die Berge des Kaokovelds.
Am Abend treffen wir uns auf der Terrasse des Restaurants, ein Braii ist schon vorbereitet und wir essen Kuduspieße und Lamm, dazu Kürbis, Pasta und köstliche Desserts.

 

Der Sonnenuntergang ist fantastisch und ich habe bald die nötige Bettschwere. Leider nervt eine Mücke bis spät in die Nacht mit ihrem Gesumme und ich schlafe erst gegen 2.00 Uhr ein.
11.9.2018
Nach einer ziemlich kurzen Nacht mache ich mich um halb 7 fertig, die Koffer werden um sieben abgeholt und dann treffen wir uns zum Frühstück. Während Ingo alles verlädt steigen wir schon auf einen offenen Jeep und fahren mit Titus raus zu einem Himbakraal wo uns das Leben der letzten Urvölker Namibias erklärt werden soll. Als wir von der Lodge wegfahren, ist Opuvo mit einer Dunstschicht überzogen und sieht sehr mystisch aus. Die Häuser oben auf dem Berg sind bunt und sehr nett, je weiter wir runter in die Stadt fahren, desto ärmlicher wird alles. Kaputte Autos stehen vor oder in den Gärten, Menschen hocken vor ihren Hütten und wärmen sich in der Sonne, einige gehen zur Arbeit. Eine Herero Dame schreitet an der Straße entlang mit ihrem Handy am Ohr, Himba Frauen sitzen unter einem Baum.
Wir verlassen die Stadt in nördliche Richtung auf der Schotterpiste und biegen bald ab in die steppenartige Landschaft die mit kahlen Bäumen durchsetzt ist.
Als wir am Himbadorf ankommen , laufen uns schon die Kinder entgegen. Wir begrüßen alle mit Handschlag und einem Moro Moro und wie gehts auf Himba und werden vom Stammesoberhaupt begrüßt und empfangen.
Die Tracht der Himba wird erklärt, wobei ein paar Mädchen als Schauobjekte herhalten müssen.
Danach zeigt uns eine Himbafrau wie die Ockerfarbe hergestellt wird, mit der sich die Frauen traditionell einreiben zum Schutz gegen die Sonne.
Wir begehen das Himbadorf und die Kinder fragen immer wieder nach Süßigkeiten, möchten unsere Kleidung, setzen unsere Brillen auf und lassen sich damit fotografieren.
Mein Halstuch findet eine neue Besitzerin und ich bin froh als die Tour beendet ist. Einerseits bekommen die Himba für die Tour Lebensmittel und verkaufen ihren selbstgemachte Schmuck und Souvenirs andererseits hat das Ganze schon etwas von Menschenzoo.
Nach Beendigung der Tour fahren wir zurück zur Straße wo Ingo bereits inmitten eines Pulks von Schulkindern ungeduldig auf uns wartet.
Wir klettern vom Jeep in den Bus und fahren weiter in Richtung Norden zu den Epupa Falls und der Omarunga Lodge auf der wir in den nächsten beiden Tagen wohnen werden.
Um die Mittagszeit halten wir an um abermals zu grillen. Es schmeckt wieder ganz hervorragend und wir genießen dazu einen Gin Tonic aus unseren Tincups.
Auf der Schotterpiste halten wir bei einem liegengebliebenen Auto an. Zwei junge Männer kommen zu uns und Ingo fragt was kaputt ist. Es ist ein alter Golf GTI in blau mit weißem Ralleystreifen, der die Schotterpiste nicht geschafft hat. Als Gegenfrage kommt ob wir Tabak haben. Ingo schaut sich kurz den völlig demolierten Motorraum des Wagens an, gibt ein Päckchen Tabak und Zeitungspapier zum Zigaretten rollen ab und wir fahren weiter, helfen können wir hier nicht.
Eine Dreiviertelstunde später sind wir endlich in Omarunga bei der Lodge am Kunene, an der Grenze zu Angola wo wir die nächsten beiden Tage bleiben werden. Wir sind heute gut auf der Schotterpiste durchgerüttelt worden und fahren mag gerade keiner mehr. Kurz vor der Lodge steht plötzlich ein kleines Passagierflugzeug am Straßenrand, die kleine Landepiste können wir erst später ausmachen.
Auf der Lodge angekommen, beziehen wir erst einmal unsere Zelte am Kunene. Die Damen genießen ein Sonnenbad am schönen Pool und ich teile mir nach einer wohltuenden Dusche das kühle Schattenplätzchen am Fluss mit Flori, Ingo und Thomas.
Wir haben eine sehr netten Nachmittag bei einigen Dosen Windhoek Draft und zu vorgerückter Stunde dem obligatorischen Rotwein mit Eiswürfeln. Lisbeth und Julia gesellen sich zu uns und es wird immer lustiger bis wir zur Bar umziehen müssen, da die Tische für das Abendessen eingedeckt werden. Der Bartender erklärt uns noch auf sehr lustige Art und Weise die Herstellung vom hochprozentigen Himba Schnaps, dessen Verkostung wir nach dem Abendessen vorziehen.
Das Essen ist sehr schön mit Blick auf den Fluss und den Sonnenuntergang im fantastischen Licht. Nachdem wir fachmännisch und unter Alkoholeinfluss die Probleme Afrikas diskutiert haben, uns einig waren, dass gegenüber Angola und nicht Uganda liegt, gehe ich weinselig schlafen.
Nachts werde ich von Floris Festbeleuchtung im Nachbarzelt wach. Er war mit den andern noch beim Himba Schnaps Tasting an der Bar versackt und duscht um halb drei morgens offensichtlich den Kater weg.

 

Dann schlafe ich wieder ein und werde erst um 7 wieder wach als die aufgehende Sonne die Flusslandschaft in ein milchig weiches Licht taucht.
12.9.2018
Der heutige Tag ist ein Tag zum Relaxen, vormittags kein Programm und Frühstück bis 9.30 Uhr, so herrlich kann Urlaub sein. Da mein Biorhythmus allerdings auf 7.00 eingestellt und ein Reset nicht funktioniert, sitze ich um kurz nach 7 mit Ingo beim Frühstück.
Bis 14.00 Uhr haben wir Zeit und wir sitzen alle in der Lodge verstreut, schauen aufs Wasser, schwatzen, rätseln und genießen das Nichtstun.
Um zwei Uhr treffen wir uns mit einem Guide der Lodge und gehen in der Gluthitze los parallel am Fluss entlang um Krokodile zu entdecken auf dem Crocodile Walk. Wir passieren ein paar Himba Kraals und ich habe das Gefühl, neben Ziegen-und Kuhscheiße stiefeln wir auch durch menschliche Exkremente.
Die Plätze an denen wir stoppen sind dennoch schön zum Fotografieren, kleine Strände mit Palmen dazu der Kunene.
Uns wird immer heißer und Anne, Andrea und ich beschließen nach einer knappen Std zur Lodge zurück zu gehen, uns kocht der Kopf und Andrea überprüft schon andauernd ihren Puls. Die anderen marschieren tapfer weiter, sehen aber leider keine Krokodile dafür aber kleine Vervet Monkeys in den Bäumen.
Wieder zurück trinken wir erst einmal einen herrlich kühlen Rock Shandy. Nach der Abkühlung gehe ich duschen und lege mich einen Moment aufs Bett. Als ich wieder draußen sitze um zu schreiben, bemerke ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung. Eine kleine Schlange kriecht durch den Sand an mir vorbei, sie ignoriert mich jedoch, hat eine Beule im Bauch und ich denke, ein kleiner Gecko ist ihr zu nah gekommen.
Um 17.30 treffen wir uns alle wieder und fahren mit dem Jeep und einem Angestellten der Lodge hoch auf den nahegelegenen Epupa Falls View Hill. Oben erwartet uns eine traumhafte Aussicht auf die Palmenoase und die Epupa Wasserfälle. Im weichen Licht der untergehenden Sonne zelebrieren wir unseren Sundowner bei Gin Tonic und Rotwein und erfahren sehr interessante Dinge über Land und Leute vom Guide.
Vor Einbruch der Dunkelheit kehren wir happy zur Lodge zurück wo das Abendessen schon auf uns wartet.

 

Ich gehe früh schlafen, die Hitze hat mich geschafft. Im Himbadorf in der Nähe wird noch kräftig und bei lauter Musik bis Mitternacht gefeiert.
13.9.2018
Der Tag beginnt sehr früh denn wir müssen heute die Strecke von Omarunga über Opuvo bis nach Hobatere am Etosha Nationalpark zurücklegen. Wir machen einen kurzen Einkaufsstopp in Opuvo wo wir nochmal die Gelegenheit haben, das unglaubliche Völkergemisch der Herero, Himba und Tjimba zu sehen. Im Supermarkt treffen wir auf Herero in Tracht, Tjimba westlich gekleidet und barbusige Himbafrauen in Ledertracht, die ihren Einkaufswagen schieben.
Ab Opuvo endet die holprige Schotterpiste und wir biegen ab auf die Teerstraße, die von Ruacana nach Kamanjab führt. Unterwegs legen wir noch einen Gin Tonic Stopp ein und kommen am frühen Nachmittag auf Hobatere an wo uns Walderich( von uns umgetauft in Wald-Erich) freudig begrüßt und beziehen unsere Bungalows. An der Terrasse der Lodge befinden sich 2 Wasserlöcher an denen sich ein paar Paviane und Bergzebras tummeln.
Um drei Uhr gibt es Kaffee und Hawaiitorte, die einem Toast Hawaii gleichkommt (Pfannkuchen mit Ananas und Käse überbacken😏). Den Gamedrive um halb fünf setze ich aus, die Müdigkeit hat mich übermannt und ich schlafe bis kurz vor sechs tief und fest. Gehe danach in Ruhe duschen und setze mich auf die Terrasse zum Sundowner. Drei Giraffen kommen still zum Wasserloch und es ist eine wundervolle Atmosphäre.
Die Gruppe kommt um sieben vom gamedrive zurück, hat aber leider in Sachen Elefanten und Löwen kein Glück gehabt. Dafür ist der Jeep im sandigen Flussbett stecken geblieben und musste mit vereinten Kräften heraus geschoben werden.
Das Abendessen schmeckt dafür umso besser und wir bekommen endlich den heißersehnten Malvapudding zum Dessert.

 

Ich gehe wieder früh schlafen und höre schon im Halbschlaf das Fiepen und Geheul von Schakalen.
14.9.2018
Ich wache um 5.00 Uhr auf, mache mich in Ruhe fertig und sitze um sechs Uhr an der Wasserstelle. Aber außer einem Schakal, einem Buschhörnchen und etlichen Perlhühnern ist nichts zu sehen. Um 7 treffe ich Ingo zum Frühstück und packe danach meine Sachen.
Um neun geht es los und Ingo erklärt auf dem Weg von Hobatere zum Tor einiges über Afrikas Tierwelt und lässt uns immer wieder Spuren lesen.
Bald haben wir das Galton Gate am Etosha Park erreicht und nachdem Ingo den Papierkram erledigt hat, geht die erste Pirschfahrt im Park los.
Wir fahren verschiedene Wasserstellen an und sind beeindruckt von der großen Artenvielfalt dort und der Menge an Tieren. Zebras tollen übermütig durchs Wasser und ein paar Hengste testen testosterongeschwängert ihre Grenzen aus. Giraffen stehen bedächtig daneben und betrachten das ganze Spiel. Springböcke kommen zum Saufen, ebenso Oryx Antilopen und Gnus. Es herrscht ein buntes und lebendiges Durcheinander und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.
Wir verweilen in aller Ruhe an den Wasserlöchern, genießen die Stille und jeder von uns ist fasziniert.
Am frühen Nachmittag fahren wir zum staatlichen Dolomite Camp im touristisch noch wenig erschlossenen Westteil des Parks. Das Camp liegt auf einer Anhöhe mit fantastischen Blick über den Nationalpark. Die Zelte sind über den ganzen Hügel verteilt und manch einer von uns hat einen längeren Marsch vor sich. Es gibt jedoch auch einen kleinen Elektroshuttle mit einem freundlichen Angestellten, der immer gut gelaunt grüßt und uns abends zu den Zelten fährt. Dies ist nicht nur wegen des Weges angeraten sondern auch eine Vorsichtsmaßnahme, da das Camp nicht eingezäunt ist und durchaus auch Raubkatzen abends an den Zelten vorbeischleichen.
Neben den beiden Restaurantzelten und der Bar gibt es einen traumhaften Infiniti-Pool der am Abend einen herrlichen Vordergrund für den Sonnenuntergang bietet.
Der Nachmittag ist frei und da es sehr heiß ist, ruhe ich mich etwas aus während meine Mitreisenden teils am Pool liegen oder zur Wasserstelle laufen.
Am Abend treffen wir uns an der Bar und Ingo arrangiert ein Abendessen an der Feuerstelle. Wir sitzen gemütlich im Kreis, in der Mitte prasselt das Feuer und wir essen im Dunkeln unser leckeres Menü.

 

Der Shuttle bringt uns dann sicher zurück zu unseren Zelten, es ist etwas abgekühlt und die Nacht verspricht herrlich zu werden. Ich werde am frühen Morgen wach und höre ganz in der Nähe das leise Knurren von Löwen.
15.9.2018
Als ich runter zum Restaurant gehe, waren Lisbeth und Julia schon an der Wasserstelle und haben tatsächlich aus der Ferne dort ein Rudel Löwen gesehen, die übermütig am Wasser herumtollten.
Wir lassen nach dem Frühstück unsere Koffer abholen und fahren durch den Etosha Park an der großen Lehmpfanne vorbei in Richtung Okaukuejo Restcamp wo wir heute in den Waterhole Chalets übernachten. Auf dem Weg dorthin halten wir am Olifantsrus wo eine Herde Elefanten ein kühles Bad nimmt und das Spiel im Wasser sichtlich genießt. Die Tiere tauchen, lassen sich im Wasser genüßlich auf die Seite kippen und verwöhnen sich nach der Badeprozedur mit einem Sandbad. Es staubt wie verrückt aber es ist so herrlich, diesen wunderschönen Tieren still zuzuschauen.
Auch an den nächsten Wasserstellen gibt es jede Menge zu sehen, die Trockenheit treibt die Tier alle zum Wasser, das nach Spezies getrunken werden darf.
Am späten Mittag kommen wir auf Okaukuejo an und haben frei. Die Tiershow geht jedoch am nahen Wasserloch weiter. Nach dem Abendessen gehen wir abermals ans Wasserloch und erleben 16 Giraffen die Stück für Stück näher kommen um zu trinken. Es ist ein unglaubliches Schauspiel.
Danach tauchen die ersten Rhinos auf. Erst zwei, vermutlich ein Bulle und eine Kuh und dann noch ein sehr großer Bulle.
Die Nashorndame tänzelt keck von einem Bullen zum andern, kann sich offensichtlich nicht so recht entscheiden bis den kleineren Bullen die Wut packt und er heftig schnaubend und Sand aufwühlend in Richtung Rivale zieht. Dieses Spiel dauert eine Weile bis der größere Bulle sich abwendet und es herrscht Ruhe.
Insgesamt kommen 6 Nashörner zum Trinken, danach sind wir müde und gehen ins Bett.
Um fünf werde ich wach und schaue mal schnell ob sich an der Wasserstelle etwas tut aber außer ein paar Vögeln ist kein Tier da.

 

Also wieder hinlegen und schlafen bis es Zeit ist zum Frühstücken.
16.9.2018
Das Frühstück im Restaurant von Okaukuejo ist etwas gewöhnungsbedürftig, da das Camp sehr groß und ausgebucht ist. Entsprechend viele Leute sind schon unterwegs.
Wir essen in Ruhe und setzen unsere Fahrt durch den Etosha Park Richtung Osten weiter fort.
Auch heute erleben wir volle Wasserlöcher, viele Zebras, Oryxe und Elefanten und sehen ebenfalls 2 Löwen die leider zu weit entfernt unter einem Baum dösen, kurz fürs Touristenfoto den Kopf heben um sich dann wieder auf die Erde zu legen und zu schlafen.
Lustig wird es, als eine kleine Elefantenherde den Weg kreuzt und wir mit einigen anderen Fahrzeugen anhalten müssen.
Erst geht die Leitkuh zum Bus der uns gegenüber steht und steckt fast den Rüssel zum Fahrer ins Fenster. Dann folgt ihre Herde und ein junger Elefantenbulle ist aufgebracht und fängt an, laut trompetend auf unser Fahrzeug zuzulaufen. Da der Stöpsel uns aber nichts anhaben kann, lachen wir uns kaputt über seine Drohgebärden und sein Geschimpfe. Er bleibt mit aufgestellten Ohren vor unserem Bus stehen, moppert vor sich hin und wackelt mit dem Rüssel, um sich dann umzudrehen und weiter schimpfend zu seiner Herde zurück zu laufen. Denen hat er es aber gezeigt.
Am Nachmittag verlassen wir schweren Herzens den Etosha Park am Von Lindequist Gate, es war zu herrlich mit den ganzen Tieren und wir sind alle hochzufrieden mit dem, was wir gesehen haben.
Nah am Parkeingang befindet sich das schöne Mushara Bushcamp mit seinen traumhaften Zelten.
Wir werden sehr herzlich empfangen und haben abermals Zeit für Pool, Bar und einfach ausruhen.
Das Abendessen wird draußen serviert, vorher haben wir noch an der Feuerstelle gesessen und Buschmann TV geschaut. Das Menü ist köstlich und nach dem Essen müssen wir noch alle in den Curio Shop, der so herrliche Sachen bietet.
Auch hat im Restaurant die Lodge-Crew nach anfänglicher Unstimmigkeit ob der vorzutragenden Lieder sehr schön für uns gesungen.
Als ich zum Zelt zurück komme, wundere ich mich darüber, dass meine Tür nicht ganz verschlossen ist. Dann bemerke ich aber schnell, dass die Lodge-Heinzelmännchen da waren, die Betten aufgeschlagen und die Zeltplane an den Seitenwänden geschlossen haben. Was für ein aufmerksamer Service.

 

Ich schlafe hervorragend im komfortablen Bett und freue mich wie immer über die nächtliche Geräuschkulisse der Tiere.
17.9.2018
Der letzte Tag bricht an, wir treffen uns zum Frühstück auf der Terrasse der Lodge und Ingo lädt unsere Koffer ein.
Heute geht es vom Etosha Park südwärts erst über Tsumeb, dann nach Otjiwarongo.
Die Fahrt ist jetzt etwas eintönig auf der Teerstraße und wir haben Zeit zu dösen während Ingo uns sicher fährt und noch viel unterwegs erzählt.
Wir erreichen hinter Otavi die Mount Etjo Lodge, die ich zum dritten Mal besuche. Am Wasserloch zeigt sich gerade ein großer Elefant und auch Hippos und Wasserböcke finden sich zum Fressen ein. Dazwischen Nilgänse und Springböcke und natürlich die Flamingos im Gartenteich.
Für den Nachmittag ist eine Gepardenfütterung auf dem Gelände der Lodge angesagt, die ich allerdings schwänze und die Zeit lieber am Pool verbringe nachdem ich geduscht und mein Chaos im Koffer beseitigt habe. Es tut sehr gut mal auszuruhen.
Zum Abendessen kommt die Gruppe zurück und berichtet von der Gepardentour. Im Lapa der Lodge wurde bereits der Grill angeworfen und wir sitzen zum letzten Mal alle zusammen beim Essen. Plötzlich rufen die Angestellten es wären Elefanten an der Wasserstelle. Wir unterbrechen das Essen und laufen hinaus. Tatsächlich ist gerade eine Herde mit ca. 15 Tieren zum Trinken gekommen.

 

Nach dem Essen fahren bis auf Anne, Laura, Andrea und mich alle noch zur Löwenfütterung. Auch hier finden sich viele Tiere ein und es ist interessant anzuschauen nach welcher Rangordnung gefressen wird. Serviert wird wie auch schon bei den Geparden Giraffe, der Bestand der Lodge ist zu hoch und wird so dezimiert.
18.9.2018
Der letzte Tag bricht an. Wir können herrlich ausschlafen auf Mount Etjo, die Abfahrt ist für 09:30 Uhr geplant und wir haben es nicht mehr weit bis Windhoek. Das Frühstück ist wie immer gut und ich habe noch etwas Zeit um Fotos zu machen. Auf der kleinen Insel bekommen gerade die Hippos und Wasserböcke ihr Frühstücksgras und lassen es sich schmecken.
Pünktlich sind alle am Bus, wir haben vorher schon die Koffer nach Abladeorten sortiert und die Fahrt geht raus auf den Privatweg der Lodge. Am Tor angekommen, reiche ich dem netten Security Mitarbeiter mit dem Strahlelächeln noch ein Päckchen Tabak und wir biegen bald ab auf die Straße nach Okahandja.
Dort tanken wir, haben einen Toilettenstopp und unsere Gruppe besucht noch für ein paar Minuten den Holzschnitzermarkt um das ein oder andere Schnäppchen zu machen.
Es besteht noch Uneinigkeit darüber ob wir auf Okapuka halten oder nicht aber Ingo muss den Mietwagen pünktlich zurück bringen und so fahren wir direkt zur Immanuel Wilderness Lodge, wo Lisbeth, Julia, Laura und ich noch eine Nacht bleiben.
Ingo fährt mit der Gruppe Austria in die Stadt wo nochmals ein Crafts Market besucht wird, Souvenirs kann man nicht genug mitbringen.
Anne und Andrea werden am Nachmittag von Annelise abgeholt und in ihr Guesthouse in die Stadt gefahren wo sie noch bis zum 20.9.bleiben.
Wir machen es uns am Pool gemütlich, entspannen, lassen die Reise Revue passieren und treffen uns dann zum Abendessen im Restaurant.
Das Essen ist vorzüglich, es gibt als Hauptspeise Blessbock Steak, butterzart und toll gewürzt.
Dazu trinken wir noch ein letztes Glas Rotwein, dieses Mal schon ganz europäisch ohne Eis.
Wir bezahlen unsere Rechnung und gehen dann ins Bett, am nächsten Morgen ist frühes Aufstehen angesagt, wir werden um. 5.20 Uhr schon abgeholt, da unser Flug um 08.30 Uhr geplant ist.

 

Nach einem kurzen Intermezzo mit den Zimmernachbarn, die abends einen lautstarken Streit vom Zaun brechen, ist es dann schließlich ruhig und wir können ein paar Stunden schlafen.
19.9.2018
Abflug nach Hause, fast drei Wochen Namibia liegen hinter mir und ich verlasse dieses wunderschöne Land wieder mit Tränen in den Augen und reichlich Schwermut.
Die Tour war wunderbar, wir haben viel erlebt und ich denke, jeder schwelgt in seinen eigenen Erinnerungen.
Ich bekomme noch eine letzte whatsapp von Carlos mit der Frage, wann ich ihn nach Deutschland einlade. Mal sehen, es spricht nichts dagegen aber erst einmal soll er seinen Schulabschluss machen.
Ganz ungewohnt fahren wir am frühen Morgen zum Flughafen, die Sonne geht gerade auf und das Leben auf Windhoeks Straßen beginnt. Der Check in geht schnell und reibungslos über die Bühne, die Maschine der Condor ist nur halb voll.
Für uns wunderbar, da wir pünktlich abfliegen und wir den Luxus von Einzelplätzen genießen.
Der Flug tagsüber ist wesentlich angenehmer als der übliche Nachtflug, man ist im Tag-Nacht-Rhythmus und ich freue mich jetzt sehr auf zu Hause und meine Familie, die ich als einzige Single-Reisende der Gruppe vermisst habe.
Das Allerbeste ist jedoch: in 5 Monaten geht es wieder los, eine neue Reise ist gebucht, dieses Mal mit lieben Kolleginnen und meiner besten Freundin, die zum zweiten Mal mitreist.
Die Tour geht erneut in den Süden Namibias allerdings inklusive Kalahari, Fishriver Canyon, Klein Aus und der Kolmanskuppe, Twyfelfontein und wieder drei Tage Etosha.
Es wird meine 8. Reise nach Namibia und ich freue mich jetzt schon wie verrückt.