An Weihnachten 2017 war es beschlossene Sache: ich mache alleine eine Educational Tour an der Küste entlang um mir Hotels und Aktivitäten anzuschauen zur Vorbereitung weiterer Touren.

Ich buchte kurzentschlossen einen Flug und suchte mir Hotels in und um Swakopmund heraus, die ich mir gerne einmal anschauen wollte.

Am 6. Februar ging es dann endlich los in Richtung Namibia, nach einem langen und dunklen Winter, in den Sommer und in die Sonne und ich freute mich riesig, Annelise und Ingo wieder zu sehen.

Die Fahrt nach Frankfurt zum Flughafen führte noch einmal durch dichtes Schneegestöber und somit erhöhte sich die Freude auf 12 Tage Hochsommer.

Der Nachtflug mit Air Namibia war wie immer sehr komfortabel und kurzweilig, da ich neben einem netten Herrn saß, der ebenfalls oft nach Namibia fliegt um Freunde zu besuchen und wir unterhielten uns die halbe Nacht über unsere Erlebnisse und unsere Liebe zu Namibia.

Am frühen Morgen erreichten wir Windhoek im Sonnenschein, wie herrlich. Beim Aussteigen aus der Maschine schlug mir schon der typisch afrikanische Geruch nach Sonne und Staub und einem Hauch von Gewürzen entgegen, die Berge um den Flughafen herum waren in weiches Licht getaucht und das Abenteuer konnte los gehen.

Nachdem die Einreiseprozedur wie immer lange am customs gedauert und ich meinen Koffer in Empfang genommen hatte, sah ich schon Annelise, die mich am Flughafen abholte. Es war so schön, sie wiederzusehen und wir hatten auf der Fahrt nach Windhoek zu ihrem Haus eine Menge zu erzählen. An der Straße tummelten sich schon die ersten Warzenschweine und Paviane und das Gefühl nach Hause zu kommen, war wieder da.

Bei Annelise angekommen, besprachen wir in Ruhe alle Touren um sicher zu gehen, dass alles gebucht war.

Gegen Mittag brachen wir auf zum nahe gelegenen Safari Hotel wo Ingo mich am Nachmittag abholen wollte. Dort tranken wir erst einmal einen erfrischenden Rock Shandy auf der Terrasse in der Sonne bevor Annelise vorschlug, mich direkt nach Okapuka zu fahren, wo ich die erste Nacht gebucht war. 

Wir verließen die Stadt in nördliche Richtung, informierten Ingo, dass ich schon auf dem Weg war und bogen dann von der Hauptstraße nach Okapuka ab.

Auf der Anfahrt zur Lodge begrüßten uns ein paar Giraffen, die sich gerade zum Lunch an den Akazien getroffen hatten. Die Warzenschweine hatten Junge dabei, die wirklich noch sehr klein waren. Aus der Ferne beäugte uns eine Gruppe Springböcke. Welch ein Empfang.

An der Lodge angekommen wurden wir von Klaus begrüßt und mein Lieblings-Zimmer auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptgebäudes war schon fertig.

Annelise und ich schwatzen noch ein bisschen und schauten dann fasziniert den Tieren zu, die sich wie so oft auf dem Rasen der Lodge tummelten. Auch waren viele Pillendreher unterwegs, die emsig ihre Dungkugeln vor sich hin schoben. Ein kleines Gnu, das offensichtlich von Hand aufgezogen wurde, hüpfte ausgelassen hinter einer Dame der Lodge her. Annelise und ich konnten uns gar nicht satt sehen. Leider musste sie wieder zurück ins Büro und so beschloss ich etwas zu essen und mich dann vom Flug auszuruhen. Ich bestellte einen köstlichen Game-Burger an der Bar und dazu ein herrlich kühles Bier. Okapuka ist immer wieder fantastisch mit seinem schönen und rustikalen Ambiente und vor allem den Tieren auf der Wiese. Ich saß lange Zeit an meinem Platz und hatte gar keine Lust, in mein Zimmer zu gehen um mich ein wenig frisch zu machen.

Schließlich machte ich mich dann doch auf den Weg, sprang schnell unter die Dusche um mich dann auf die Terrasse meines Bungalows zu setzen. Mittlerweile hatten sich 6 Strauße in unmittelbarer Nähe eingefunden und ihrem Treiben still zuzusehen war eine wahre Freude. Plötzlich ertönten Glöckchen und eine kleine Herde Ziegen zog zum Koi-Teich auf dem Rasen um zu trinken. Diese Kulisse war einfach unbeschreiblich. Zwischen Ziegen, den Straußen und den Warzenschweinchen turnten dann noch das kleine Gnu und einige Perlhühner sowie ein Pfau herum. Ich kam mir vor wie mitten im Zoo.

Letztlich übermannte mich dann aber doch der Schlaf und ich duselte mit den Geräuschen Afrikas im Ohr selig vor mich hin.

Als ich wieder wach wurde, war Ingo bereits angekommen, der mich netterweise am nächsten Tag von Windhoek mit an die Küste nach Swakopmund nehmen wollte.

Wir verbrachten den Abend bei schönen Gesprächen und einem Glas Rotwein zusammen und dann war es Zeit, schlafen zu gehen. Das Letzte was ich sah, war eine Herde Gnus die zum Fressen auf die Grasfläche vor den Bungalows kam, dann fielen mir die Augen zu.

http://www.okapuka-ranch.com/start.html

 

Am nächsten Morgen wurde ich früh wach und konnte in Ruhe die Geräuschkulisse des erwachenden Tages genießen wenn die Vögel ihr Konzert geben. Ingo und ich frühstückten gemütlich im schönen Restaurant der Lodge und ließen uns Eier und Speck mit Toast schmecken. Dann war es Zeit abzureisen und wir fuhren von Windhoek aus erst nach Okahandja zum Tanken. Von dort bogen wir auf den Transkalahari Highway ab und auf den direkten Weg nach Swakopmund. Vorbei an Wilhelmstal und Usakos sahen wir Hunderte von Milane die ständig im Tiefflug über uns hinweg segelten. In der Ferne tauchte die Spitzkoppe im Erongo Gebiet auf. Nachdem wir Trekoppje und Arandis passiert hatten, fuhren wir an der Rössing Uran Mine vorbei durch die Namib. Mein nächstes Domizil war die Rössmund Lodge mit ihren 20 Chalets vor den Toren Swakopmunds am wunderschönen Golfplatz.

Ingo setzte mich dort ab und ich wurde sehr nett von Hardus empfangen, der mir am nächsten Tag die Lodge und den Golfplatz zeigte.

Die Lodge ist eine Oase am Rande der Namib Wüste und besticht durch ihre einzigartige Lage und die schöne Architektur. Die Chalets sind alle um den großen Pool herum gebaut und der Golfplatz liegt direkt nebenan, ebenso eine schöne Minigolf Anlage. Die Chalets sind sehr gut ausgestattet, mit Terrassen zum Pool und auf der Rückseite zur Wüste. Wenn man sich nicht gerade zum Golfspielen auf der Lodge aufhält, ist dies ebenfalls ein schöner Ort um von dort Ausflüge zu machen. Die Stadt ist in ca. 10 Minuten mit dem Auto erreichbar.

Der Golfplatz ist einer der weltweit nur 5 Plätze mit full green in der Wüste und sicher einzigartig mit seinen Springböcken, die das Green friedlich bevölkern. Die Lodge verfügt über ein kleines Restaurant und man kann ebenfalls das Clubhouse zum Einnehmen von Mahlzeiten nutzen.

http://www.rossmund.com/en/

 

 

Nach einem ruhigen und guten Frühstück auf der Terrasse der Lodge machte ich mit Hardus noch einen Rundgang. Er zeigte mir das Clubhouse und den Minigolf Platz (Put Put) und ich hatte noch einmal einen wundervollen Blick auf das ganze Areal und die Wüste dahinter.

Ingo war in der Zwischenzeit angekommen und hatte mein Gepäck eingeladen. Wir fuhren nach meinem Check Out nach Swakopmund zur Desert Breeze Lodge, die ich mir ebenfalls anchauen wollte. Nachdem ich mich an der Rezeption vorgestellt hatte, wurde mir ein kleiner Rundgang angeboten. Zunächst konnte ich einen Blick in eines der wunderschönen Chalets werfen und war begeistert. Die Lodge und die Chalets liegen in Kramersdorf und das Zentrum von Swakopmund erreicht man zu Fuß in ca. 15 Min. Ein Transfer wird hier aber auch gerne organisiert z.B. zum Abendessen. Ebenso hilft man gerne beim Buchen von verschiedenen Aktivitäten in und um Swakopmund herum.

Alle 12 Chalets sind mit Blick auf den Swakop River ausgerichtet, d.h. man schaut direkt von Bett und Terrasse in die Wüste. Die Ausstattung ist sehr gut und die Architektur einzigartig. Die Lodge ist bestens für Gäste geeignet, die nicht direkt im Zentrum wohnen und die Stille und Schönheit der Wüste genießen möchten.

Auch der Frühstücksraum mit Terrasse ist zur Wüste ausgerichtet. Es gibt ebenfalls eine Villa mit 3 Schlafzimmern und 2 Bädern und einem gemeinsamen Wohnzimmer.

In allen Chalets ist ein Kamin vorhanden.

Eine wirklich traumhafte Anlage.

http://www.desertbreezeswakopmund.com/index.php#about

Nach dem kurzen Stopp an der Desert Breeze Lodge fuhren wir durch Swakopmund zur nächsten Unterkunft, der Beach Lodge, die ich für die kommenden 6 Tage gebucht hatte. 

Die Lodge liegt in Vineta, ca. 6 km vom Stadtzentrum entfernt und direkt am Strand. Hier hatte ich endlich einmal die Gelegenheit, Urlaub am Meer zu machen und den Atlantik zu genießen. Bei meiner Ankunft begrüßte mich Manti sehr herzlich. Mein Zimmer war noch nicht fertig und so fuhr ich mit Ingo noch zur Einkaufsmall "Platz am Meer" um dort bei Mugg & Bean etwas zu essen. Es war ein tolles Gefühl einmal in Ruhe in Swakop am Meer zu sitzen, nicht wie sonst bei den Touren nur auf der Durchreise zu sein.

http://www.beachlodge.com.na/

 

Als ich am frühen Nachmittag mein Zimmer beziehen konnte freute ich mich sehr über den schönen Ausblick aus dem großen Bullauge direkt aufs Meer. Die Lodge verfügt über 10 DZ, 7 Luxury Rooms und 2 Familienzimmer, alle mit Blick aufs Meer. Im Restaurant "The Wreck" im 2. Stock des Gebäudes wird das Frühstück eingenommen. Ebenfalls kann Abends ein Tisch für das Abendessen gebucht werden. Und es lohnt sich wirklich, das Essen ist sehr gut, es gibt eine große Weinkarte und der Blick auf den Atlantik besonders beim Sundowner ist großartig. Auch der Service ist sehr gut und ich habe mich vom ersten Augenblick unglaublich wohl gefühlt.

Endlich konnte ich auch einmal meinen Koffer auspacken und mich häuslich einrichten. Am Nachmittag unternahm ich einen langen Spaziergang am Meer und konnte die Sonne und die Wärme genießen. Einige Wellenreiter wagten sich mit ihren Brettern in die starke Strömung. Gegen Abend kamen ein paar Bakkies zum Strand gefahren und die Leute packten ihre Kühlboxen aus um am Strand einen sundowner zu genießen, eine große Tradition in Namibia. Ich habe diese Leute nur beneidet, so herrlich frei und voller Lebensfreude und Genuß.

Nach meinem herrlichen Spaziergang fuhr ich mit dem Aufzug hoch ins Restaurant und genoss meinen persönlichen Sundowner bei einem Gin Tonic. Zum Abendessen hatte ich mir Game Carpaccio ausgesucht und gegrillten Kingklip-Fisch der in Namibia und Südafrika sehr populär ist. Dazu ein schönes Glas trockenen Weisswein und der Sonnenuntergang über dem Meer, ich war angekommen, hätte die Welt umarmen können vor lauter Glück und Wohlbefinden. Nachdem die Sonne über dem Meer in einem spektakulären Rot untergegangen war, war es für mich Zeit schlafen zu gehen. Glückselig schwebte ich in mein Zimmer und ins super bequeme Bett, nicht ohne vorher ein Fenster zu öffnen um das Rauschen der Wellen mit in den Schlaf zu nehmen.

 

 

Sonntagmorgen, die Sonne schien mir ins Gesicht und ich machte mich nach dem Frühstück fertig für meine gebuchte Township Tour mit Hata Angu Cultural Tours. Ich war sehr gespannt was mich in Mondesa erwartete, vor allem wo das Township in Swakopmund war. Ich hatte es auf den vorherigen Touren noch nie gesehen.

Gegen Mittag wurde ich von zwei jungen Guides der Agentur am Hotel abgeholt. Wir fuhren erst in Richtung Stadtzentrum und bogen dann ab in östliche Richtung. Als ob wir eine Grenze überschritten hätten, fuhren wir plötzlich durch eine komplett andere Gegend. Die Häuser links und rechts hatten nichts mehr mit dem zu tun, was man in der Stadt sieht, man fühlt sich wie in einer anderen Welt.

Zuerst hielten wir am Fleischmarkt, der allerdings, da Sonntag war, nicht viel auszustellen hatten. Lediglich ein paar Stände mit gekochten Speisen hatten geöffnet. Es gab Fettcookies und einen Eintopf aus Schweinefleisch den die Leute für ein paar Namib Dollar erstehen konnten. Am Straßenrand hatten ein paar Frauen kleine Stände aufgebaut an denen Gemüse in Plastiktüten verkauft wurden. Immer je eine Frucht pro Sorte im Beutel gut portioniert.

Aus den vielen kleinen Kirchen erklang Gesang oder laute Predigten schallten über Lautsprecher über die Straßen. Wer noch nicht in der Kirche war, hastete schnell und im Sonntagsstaat hinein. 

An den Brunnen in Mondesa herrschte ebenfalls reges Treiben und die Einwohner holten sich dort ihre Kanister Wasser. Ich ließ mir erklären, dass die Stadt Swakopmund dafür sorgt, dass regelmäßig Müll abgeholt wird und ebenso werden die Güllegruben, die sich neben den Toilettenhäusern befinden, regelmäßig geleert. Meine Begleiter erklärten dies so: "every week the bees fly in to get the honey" eine wundervolle Umschreibung eines nicht so schönen Jobs.

Überhaupt waren die Informationen, die ich von den beiden jungen Männern bekam, wirklich toll, sehr realistisch und auch kritisch.

 

Wir hielten alsbald an einem Haus der Ngaturihonge Day Care & Pre Primary School wo wir von Mama Gloria Zatjirua empfangen wurden. Ich erhielt vorher noch einen Schnellkurs in Herero um Frau Gloria standesgemäß zu begrüßen (habe das Wort aber leider wieder vergessen) und wurde von ihr durch ihr Haus und die Räume der Kinderbetreuung geführt. Es ist unglaublich beeindruckend, wie Gloria ihre tägliche Arbeit mit über 50 Kindern mit einfachsten Mitteln bewältigt. Die Kinder kommen morgens um 08.30 und werden gegen 16.30 wieder abgeholt. 

Für die Kleinen gibt es einen Ruheraum in dem sie auf 2 Matratzen schlafen gelegt werden.

Der Spielplatz vor dem Haus besteht aus einem alten Autoreifen der an einem Seil hängt.

Mama Gloria ist sehr stolz auf ihre Arbeit und ihr gilt wirklich mein tiefster Respekt. Nachdem wir ca. eine halbe Stunde geplaudert hatten war für mich klar, hier möchte ich unterstützen.

Nach Rücksprache mit Gloria bezüglich der Dinge, die sie dringend benötigt, habe ich eine Spendenaktion gestartet und hoffe, ihr im September wenn ich wieder in Swakopmund bin, ein wenig finanziell unter die Arme greifen zu können.

 

Nach dem Besuch bei Mama Gloria hielten wir noch am Haus der Kräuterfrau Augusta, einer Dame aus dem Damaraland, die aus Kräutern und Wurzeln nach alter Tradition Medizin herstellt.

Auch dieser Besuch war hochinteressant, vor allem, da Augusta kein englisch sprach sondern sich in ihrer Klicksprache unterhielt, die von den Guides übersetzt wurde. Ich bekam auch ein wenig Unterricht in der Stammessprache allerdings erreichte ich mit meinen kläglichen Versuchen nur Heiterkeitsausbrüche bei Augusta und den Guides. Dabei habe ich mir fast die Zunge verknotet.

Bei Augusta saßen neben mir auf dem Bänkchen zwei kleine Kids, die neugierig meine (namibischen) Ohrringe befühlten und mich ans Händchen nahmen, sicher als Trost ob meiner sprachlichen Unzulänglichkeit.

Nch diesem Stopp fuhren wir noch in Richtung DRC (democratic resettlement community) einem weiteren staatlichen Township, dass sich an Mondesa anschließt und direkt am Rand der Wüste liegt.

Erschreckend ist, dass im schönen Zentrum von Swakopmund ca. 17.000 Einwohner (meist weißer Hautfarbe) leben und allein in Mondesa ca. 25.000 schwarze Einwohner die zum größten Teil arbeitslos sind. 

Ich hatte offen gesagt auch keine Ambitionen auf der Tour zu fotografieren. Gespeichert habe ich alles im Kopf und in meinen Gefühlen und kann jeden nur dazu aufrufen, diese Tour einmal zu machen und vielleicht zu überlegen, wie man helfen kann. Obwohl es auch bei uns in Deutschland eine neue Armut gibt, nimmt dieses Wort in Mondesa ganz andere Dimensionen an. Ich für meinen Teil habe jedenfalls beschlossen, im Kleinen zu helfen und freue mich über jeden Betrag, der gespendet wird.

Den Nachmittag verbrachte ich dann wieder im Hotel, voller neuer Ideen und musste meine Gedanken erst einmal sortieren.

 

Tag 5 in Namibia brach an und ich genoss das köstliche Frühstück im Restaurant über dem Meer. Heute stand bei mir ein Besuch im Einkaufszentrum auf dem Programm. Ich machte mich in Ruhe fertig für meine Shopping Tour und begann meinen Fußmarsch am Meer entlang. Nachdem ich mich beim ersten Anlauf verlaufen hatte, fand ich schließlich doch die richtige Straße, die direkt zur Mall führte. Unterwegs stellte ich schnell fest, dass zu Fuß gehen nicht wirklich in Namibia angesagt ist. Wer ein Auto hat fährt jeden Meter. So trabte ich ziemlich einsam durch die Straßen und kam mir etwas exotisch vor.

Im "Platz am Meer" angekommen enterte ich erst einmal Checkers, den großen Supermarkt. Ich liebe es im Ausland im Angebot der Supermärkte zu stöbern und mich von den Lebensmitteln inspirieren zu lassen. Das Braai Fleisch sah köstlich aus, schade, dass ich keine Gelegenheit zum Kochen hatte.

Als ich in der Haushaltwaren-Abteilung ankam, wurde ich von einer jungen Mitarbeiterin des Supermarktes angesprochen. Sie wollte mir ein Gewinnspiel schmackhaft machen, das beim Kauf einer gewissen Menge Toilettenpapier Lose versprach mit dem Hauptgewinn von 10.000 N$. Da ich jedoch nicht wusste, wie ich Unmengen Toilettenpapier im Flugzeug nach Hause kriegen sollte, musste ich leider dankend ablehnen. 

Dann ging ich in den kleinen Laden von BDs Clothing & Accessories um mir dort die fantastisch bunte und ausgefallene Kleidung anzuschauen. Ich hatte schon immer die Hosen von Ingo bewundert, die aus bunt gefärbten Getreidesäcken genäht waren. Hier gab es sie in allen Farben und Größen und ich kaufte mir ein blaues Exemplar. Dazu ein grünes Sommerkleid. Für meinen Bekannten aus Österreich, der ebenfalls großer Namibia Fan ist und dieses Jahr zum vierten Mal mit uns auf Tour geht, erstand ich auch eine "Sackhose" in beige. Wir sind sicher im Herbst ein lustiger Trupp mit unserer "Einheitskleidung"

Mein Shopping Verlangen war befriedigt und ich trat den Rückweg zur Beach Lodge an wo ich den Nachmittag faul auf dem Balkon in der Sonne verbrachte und einen Spaziergang am Meer machte.

Abends ging ich wieder ins schöne Restaurant und wurde schon mit einem Gin Tonic empfangen.

 

 

Am nächsten Morgen verließ ich schweren Herzens die Beach Lodge, in der ich mich unglaublich wohl gefühlt hatte und bezog mein Zimmer im Beach Hotel, im Zentrum von Swakopmund.

http://www.beach-hotel-swakopmund.com/index.php

Auf dem Weg dorthin machte ich noch einen Stopp beim Schuhmacher African Leather auf der Rakotoka Street und erstand ein paar wunderschöne handgenähte Schuhe aus Kudu Leder (Vellies). Neben der Schuhmacher-Werkstatt befindet sich eine Weberei, die die Wolle der Karakulschafe (Swakara) verarbeitet. Auch hier schaute ich kurz herein und ließ mir die Webtechnik erklären. Die Teppiche, die dort mit afrikanischen Mustern geknüpft werden sind fantastisch. Man kann sie sich auch nach Deutschland schicken lassen.

In Swakop Zentrum besuchte ich dann noch die Pension A la Mer, die direkt an der Jetty liegt. Dieses B&B ist sehr schön, hat neue Zimmer im Anbau mit Blick aufs Meer und ich wurde dort äußerst herzlich empfangen. Diese Pension eignet sich auch bestens für Selbstfahrer und verfügt über eine eigene Parkgarage.

http://pension-a-la-mer.com/

Gegenüber befindet sich der Snake Park, ein Reptilienhaus mit überwiegend einheimischen Schlangen. Auch dort schaute ich vorbei. Man darf hier nicht zu viel erwarten. Die Tiere sind in ziemlich kleinen Glaskästen untergebracht aber es ist einmal interessant, die Schlangen Namibias aus sicherer Entfernung zu betrachten.

Nachmittags ging ich in die Swakopmunder Buchhandlung und erstand ein schönes Buch mit Buschmanngeschichten.

Mit der aktuellen Ausgabe der AZ bewaffnet ging ich schließlich ins Village Café und genoß dort einen köstlichen Cupcake (mit Sahne-Glitzer-Häubchen) und einen leckeren Kaffee.

Abends testete ich das Anchor Point Restaurant im Beach Hotel und das Essen dort war einfach köstlich, der Service sehr nett und zuvorkommend und so fiel ich satt und zufrieden ins Bett.

 

 

Nach einem leckeren Frühstück im Beach Hotel packte ich wieder einmal meine Sachen und Ingo fuhr mich nach Dolphinbay zum Bay View Resort. Da wir noch etwas früh unterwegs wwaren, machten wir noch einen Abstecher nach Walvisbay in die neu erbaute Dunes Mall. Hier befinden sich sehr schöne Geschäfte und Cafés und ein Bummel lohnt sich allemal.

https://dunesmall.co.na/

Im Bay View Resort wurde ich schon erwartet und bezog für die nächsten beiden Tage mein riesiges Appartment mit Meerblick. Das Resort hat erst im letzten Jahr eröffnet und liegt direkt am Meer. Der kleine Ort Dolphin Bay wird derzeit ausgebaut zum Ferienresort, das an Langstrand angrenzt. Es gibt jedoch trotz mehrerer Baustellen keinen Baulärm, dazu sind die Appartments des Bay View Resorts alle zum Meer ausgerichtet. Die Zimmer sind sehr gut ausgestattet, mit kleiner Küchenzeile und Mikrowelle (dies ist besonders für Familien mit Kindern praktisch) und das Restaurant SALT besticht durch eine schöne Strandlage und eine ausgezeichnete Küche. Der Service ist ebenfalls ganz hervorragend und alle sind sehr nett und freundlich.

Am Nachmittag hatte ich die Gelegenheit, den Manager der Anlage, Dean Van Rooyen,  zu treffen, der mir sehr viele Informationen zum Resort und der Umgebung gab. 

Ich genoss danach einen schönen Strandspaziergang bevor ich ins Restaurant SALT ging um mein Abendessen beim Sonnenuntergang einzunehmen. Hier wurde ich sehr nett umsorgt, das Essen war köstlich und ich lauschte ganz verzückt der dezenten Musik im Restaurant (Hits der 80er Jahre) was dem Restaurantleiter nicht verborgen blieb. Als ich nach der Rechnung fragte, lächelte er und meinte, es hätte so ausgesehen, als ob ich die Musik sehr genossen hätte..........ich hatte offensichtlich gedankenverloren alles mitgesummt. Ein Zeichen der totalen Entspannung.

Glücklich und zufrieden ging ich hoch in mein Appartement und fiel bald in einen wohligen Schlaf, wieder begleitet durch das wundervolle Rauschen des Meeres.

 

Am nächsten Morgen ging ich zum Frühstück ins Restaurant und freute mich, dass die Portionen auf dem Buffet der geringen Anzahl der Gäste angepasst war. Ich mag es nicht, wenn Buffets total überladen sind und nachher die Hälfte weggeworfen wird. So ließ ich mir alles schmecken und war schon gespannt auf den Ausflug nach Sandwich Harbour, den ich für diesen Tag gebucht hatte.

Gegen Mittag wurde ich von einem Mitarbeiter der Sandwich Harbour 4x4 Tours abgeholt und zum Büro nach Walvis Bay am Hafen gefahren. Dort checkte ich ein und unterhielt mich noch mit einer Mitarbeiterin, die ich 2016 auf einer Dolphin Cruise kennen gelernt hatte. Dann ging es endlich los.

Unser Guide Mike lud mich und 3 chinesische Gäste in den Lndrover und dann fuhren wir zunächst zur Lagune von Walvis Bay. Dort tummeln sich normalerweise hunderte von Flamingos aber an diesem Tag waren es nur ein paar Vögel, da es im Inland geregnet hatte und sie dort Wasser fanden. Wir sahen jedoch in weiter Ferne riesige Schwärme von Seeschwalben. Von der Lagune aus fuhren wir dann durch die 

Salzpfannen von Walvis Bay. Mike erklärte sehr anschaulich die verschiedenen Farbkombinationen der Salinen und fuhr uns vorbei an einer Baumschule  zum nächsten Abschnitt der Tour, ins Kuiseb River Delta bevor wir die Sandwich Harbour Lagune und große Dünen der Namib Wüste erreichten.